Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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münde, f.

münde, f.
mündung eines flusses; im 17. jh.: als ich nun in die Danziger münde kam, da lag das schiff schon eine meil von der münde, und hatte anker geworfen. Schuppius 251; nicht weit von der münde des Rheins. Mascou 1, 30; später alterthümelnd: vom schwarzen meer bis zu der Rheinmünde. Klopstock 12, 156. vgl. dazu gemünde, th. 4¹, 3290. es sieht in der that so aus, als ob das fem. münde nur misverstanden für das neutr. münde aus gemünde wäre.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2685, Z. 40.

munden, verb.

munden, verb.
zu munde gehen, als nahrung behagen, schmecken. mhd. nicht bezeugt, aber niederl. vorhanden: monden, ori sive palato placere, facere ad palatum, wel monden, qualick monden, placere, displicere palato Kilian; hochdeutsch im 16. jahrh. bei Fischart: doch pflegt er auch der gesundheit, trank nit ungefüttert, sondern versah sich zuvor mit den scalis vini, die zu dem undertrunk mundten: furnemlich asz er gern die weinziehende fisch. Garg. 43ᵇ; auch in freierem sinne: hat acht auf was gestalt das bett bereitet jhm mundet, die feder oben oder unden. 72ᵇ; hat allerhand lustige und anmutige materien unter eirander gemenget, damit nur ein jeder, der darüber kompt etwas, das ihm muntet und schmecket, het anzutreffen. vorrede zu Bodins dämonomania 1591; später in einer reimenden formel: gleich wie das uberzuckerte gift wol mundet, aber hernach ubel schlundet. Zinkgref apophth. 1, 306; im 17. jahrh. als hofmäsziges wort angeführt und bekrittelt: die alte speise hatte jhr nicht mehr schmacken (zu hof sagt man, munden: warumb nicht zungen? gurglen? oder bauchen?) .. wollen. Philander 2 (1643), 16; aber langsam in aufnahme kommend: die speise wil nicht munden oder schmecken. Schottel 1366 (wahrscheinlich nach der vorhergehenden stelle); es will nicht munden, hoc retundit gustum meum. Stieler 1309; ich hoff er (der most) soll euch munden. Rompler s. 1 der widmung; erst seit dem späteren vorigen jahrh. in gewählter sprache häufig; in eigentlichem sinne, von kuss, speise und trank: denen solche beeren, die mir nicht mehr munden wollten, noch schmackhaft sein konnten. Göthe 32, 177; dieser weinstock ist der allerschlimmste tyrann ... die ersten züge seines blutes munden euch. 48, 93;
wie mundet heut der rebensaft.
Arnim kronenw. 1, 362;
dasz der becher uns munde.
Rückert 361;
mir mundet wein, der etwas herb.
366;
etwas mundet süsz, köstlich:
wie süsz mir dieser pfirsich mundet!
Bürger 19ᵃ;
zwar nur ein lückenbüszer
ist irdischer genusz,
doch mundet um so süszer,
je flüchtiger ein kuss.
Platen 25;
hei! bairisch bier, ein guter schluck,
sollt mir ganz köstlich munden.
Uhland ged. 345;
in übertragener anwendung: meine freunde .. gaben mir Iphigenien zur abendlichen vorlesung in die hand; das wollte mir aber gar nicht munden. Göthe 30, 196; offenbar sind es die anti-classiker, denen meine ästhetischen maximen und die danach gearbeiteten werke als beispiel sehr gelegen kommen. sie gehen daher sehr verständig zu werke und behandeln glimpflich was ihnen nicht munden will. 46, 180;
denn niemand horchet jetzt den frostgen spässen
von bösen weibern und von eheleid:
wie könnten sie dem neuen paare munden
in seiner ehe goldnen flitterstunden?
Uhland ged. 439;
was schert mich, du gräflein, dein edelgestein?
mir mundet weit besser dein töchterlein.
H. Heine 15, 37.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2686, Z. 17.

münden, verb.

münden, verb.
sich ergieszen, zunächst nach mund 18 sp. 2683; ahd. wird bereits ein munden aufgeführt: mundent, coeunt flumina Graff 2, 813 aus Notker, aber erst die neuere sprache verwendet es eigentlich, wie es auch in den wörterbüchern erst seit Campe verzeichnet wird: die Donau mündet in das schwarze meer, die Saale mündet in die Elbe;
die flüsse alle sind ins meer gemündet.
Rückert 148;
auch sich münden:
wo der siebenarmige Nil sich mündet.
Platen 333;
von röhren, höhlen ( Campe); von wegen, straszen: diese straszen münden alle auf dem markte. vgl.ausmünden, ↗einmünden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2686, Z. 70.

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Zitationshilfe
„münde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCnde>, abgerufen am 08.05.2021.

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