Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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mündlich, adj.

mündlich, adj.
wie mündig, majorenn: mündliche kinder. Schm. 1, 1623 (aus der Wirzburger landger.-ordn. von 1618).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2691, Z. 22.

mundlich, mündlich, adj.

mundlich, mündlich, adj.
was munden kann, schmackhaft, vergl. anmündlich th. 1, 408; von einem mädchen, anmutig, nett:
bringt mir mägdlein hold und mundlich
zu dem wein!
Arndt ged. (1840) 323.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2691, Z. 18.

mundlich, mündlich, adj.

mundlich, mündlich, adj.
was munden kann, schmackhaft, vergl. anmündlich th. 1, 408; von einem mädchen, anmutig, nett:
bringt mir mägdlein hold und mundlich
zu dem wein!
Arndt ged. (1840) 323.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2691, Z. 18.

mündlich, adj. und adv.

mündlich, adj. und adv.,
dem munde nach oder gemäsz, mit dem munde.
1)
in bezug auf speise und trank: er redet ja vom mündlichen leiblichen essen. Luther 3, 529ᵃ; als adv.: das (im sacrament des altars) warhaftig der leib und blut im brot und weine werde mündlich geessen und getrunken. 511ᵇ; die nicht gleuben wollen, das des herrn brot im abendmal, sei sein rechter natürlicher leib, welchen der gottlose oder Judas eben so wol mündlich empfehet, als s. Petrus und alle heiligen. 8, 178ᵇ.
2)
in bezug auf das sprechen:
nun hat er (gott) sich gemacht ganz kündlich,
durch seinen eignen son selbst mündlich (d. h. durch den mund seines eigenen sohnes selbst).
Fischart ehz. 24 (429 Scheible);
gegensatz zu herzlich (vergl. mund und herz sp. 2676):
warumb der und der uns neiden,
jener auch nur falschen schein
desz gemütes von sich giebet,
herzlich hast (haszt) und mündlich liebet.
Opitz 2, 197;
ich kehre mich nicht dran, was jener von mier zeugt,
der mündlich mich hat lieb, und herzlich doch betreugt.
P. Fleming 98;
herzlich hassen, mündlich lieben
ist der menschen meistes üben.
Logau 3, 242, 132;
gewöhnlich aber im gegensatz zu schriftlich: ausz der mündlichen beicht und erzehlung der sünden. kais. erklärung wegen der religion, Augsb. 1548, tit. 17, § 2; mündlicher bote, nuncius, mündlich testament, testamentum nuncupativum, ein mündlich testament machen, testamentum nuncupare, mündliche wahl, suffragia vocalia, mündliche versicherung tuhn, oratione aliquem confirmare, fidem verbis interponere, stipulari. Stieler 1308; machte sich ohne mündlichen abschied davon. polit. stockf. 19ᵇ; was er kurz zuvor aus mündlichem unterrichte oder aus schriften auswendig gelernt hat. Kästner verm. schriften 1, 43; was sie (Margarethe) ihrem briefe nicht anvertrauen mochte, hatte Armenteros befehl, auf eine geschickte art in den mündlichen bericht einzumischen. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 132; (Egmont) der ihn (den könig) durch mündliche berichte besser, als sich durch briefe thun liesz, von dem gegenwärtigen zustand der dinge unterrichten konnte. 9, 10;
bisher hat nur das ohr
den mündlichen bericht von deiner quaal empfangen.
Günther 614;
älter ist der gebrauch des wortes als adv., in verbindungen wie mündlich fragen, anbringen, nennen, trösten u. a., auch reden: (der könig) schickt zuͦ jm zwen, die mit jm redten und des ersten muntlich fragen solten, wamit er sich diser ding entschulden möcht. b. d. beisp. 168, 1; das der künig den fuchs muntlich höre. 17; schriftlich oder mündtlich auszbringen. Nürnb. pol.-ordn. 43; das ich mündlich mit euch rede. 1 Mos. 45, 12; ich hatte euch viel zu schreiben, aber ich wolte nicht mit brieven und tinten, sondern ich hoffe zu euch zu komen, und mündlich mit euch zu reden. 2 Joh. 12, vergl. 3 Joh. 13. 14; wie deszwegen allenthalben grosze klag von den armen predigern, so mündlich, so schriftlich, gehöret wirdt. L. Sandrub kurzweil 21; ich hätte gar nicht sagen sollen, dasz ich mit meinem lieben Hof in Voigtland schriftlich am Fichtelberge sprechen wollte, da ichs mündlich kann und mein eigener kutscher daraus her ist. J. Paul uns. loge 1, xx;
das idem sein teil werd muntlich genent
und des versigelt brief genomen.
fastn. sp. 80, 2;
so dasz noch keiner kann
auf euren lieben tag euch mündlich reden an.
P. Fleming 77;
darf ich noch so, wie vor ich mündlich oft gethan,
auch itzund, doch durch schrift, dich sicher reden an.
641;
nur schade, dasz ich dich nicht mündlich trösten kan.
Günther 579;
du gabst nichts schriftliches — besinn dich aber,
wie weit du mündlich gingst mit dem Sesin.
Schiller Wallensteins tod 1, 3;
scherzhaft auch mündlich küssen:
Phyllis schickte Thyrsis zu, durch ein brieflein einen kuss,
unter wegens ward er kalt, bracht ihm so nicht viel genusz:
drum so schrieb er, wann sie wolte, solte sie zwar schriftlich grüszen,
immer aber selbsten kummen wann sie wolt, und mündlich küssen.
Logau 3, 86, 54;
und mündlich sehen: da ich sie bald (mit Winny Jenkins zu reden) mündlich sehen werde. Wieland in Böttigers liter. zuständen 2, 170. Die adverbialform mündlichen dauert noch im 17. jahrh.: rette mit om muntlichen dise wort. Ködiz 38, 32; unde bat on fruntlichen, das her zu om queme, das her sich muntlichen mit om erkosen mochte. Rothe dür. chron. 293; das alles muntlichen zu sagen. d. städtechron. 10, 431 anm. 2; mündtlichen rede ich mit jhm. b. d. liebe 300ᵃ; was der bräutigam mündlichen zugesaget und versprochen. Hohberg 3, 2, 40ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2690, Z. 12.

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Zitationshilfe
„mündlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCndlich>, abgerufen am 15.08.2020.

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