Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

mündling, m.

mündling, m.
1)
der unter der gewalt eines andern ist, schützling; ahd. mundiling, vergl. Grimm rechtsalt. 311; später im sinne von mündel, und vielleicht daraus aufs neue hervorgebildet: wie es aber nu für ein kirchenraub und für das höchste bubenstück gehalten wird, wenn ein vormund seinen mündling veruntrauet. Mathes. Syr. 1, 124; in freierem, nicht rechtlichem sinne: so lang er (der jugendliche kaiser) als mündling unter ihnen gespielt, sich alles gefallen liesz nach ihren willen, war er ein wackerer, trefflicher herr ... aber nun, da der kaiserliche jüngling heranwächst ... Fr. Müller 1, 192; es läszt verdächtig, wenn ein roher mündling eben da die gröszte klarheit entdeckt, wo die Bayle zweifeln und die Leibnize vermuten. Sturz 1, 178;
laszt sie
des volkes väter sein, das immer kind
und mündling bleibt.
Stolberg 4, 225.
2)
mündling, auch der vormund, schützer?: auch teilent die hubener, das die vorgenanten huben kein geistlich man keüfen sall, es enwere dann, das sye off yne ersturbe, oder vorhyene in siner hand hette, ee er geistlichen wurde, der sal sye behalten und sall einen mondeling setzen über sich, nicht unter sich. weisth. 1, 500 (Dreieich im Isenburgschen, von 1338; im wiederabdruck 6, 398 mündeling); auch ist geteilet, welche herre eine wilthube hat, der sall einen edelnmann haben zu einem mondelinge. 502 (mündelinge 6, 400).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2691, Z. 24.

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Zitationshilfe
„mündling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCndling>, abgerufen am 04.08.2020.

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