Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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munze, f.

munze, f.
ein ausdruck für vulva neben mauze sp. 1836 und mutze. Nemnich 4, 1083.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2706, Z. 65.

münze, f.

münze, f.
die pflanze mentha, richtiger minze, vergl. sp. 2247; die hier gegebene form ist aber schon ahd. als munza vorhanden, und seit dem 15. jahrh. bis heute nicht ungewöhnlich: menthastrum, ahd. wîʒmunza, mhd. nhd. wise munz, vischmunze u. ähnl. Dief. 356ᶜ; menta, münze, münz ebenda; die münzen, menta, hydiosmum, ein kraut. Maaler 294ᵈ; münze, mentha Nemnich 3, 550; die gelbe münze, conyza squarrosa (flöhkraut) 2, 1212, und inula dysenterica (ruhralant) 3, 242;
liesz rosen, münze, klee, borag und quendel ausz,
mach für mein häupt und hand, mir einen kranz und strausz.
Fleming 575.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2706, Z. 54.

münze, f.

münze, f.
moneta.
1)
ein lehnwort aus dem lateinischen; indes nicht auf frühen, von Tacitus Germ. cap. 5 erwähnten geldverkehr der Römer mit den Germanen zurückgehend, sondern, wie auch die verhältnismäszig junge form des wortes lehrt, wesentlich später und zu der zeit übernommen, als die germanischen könige in den früher römischen ländern das münzrecht an sich nahmen und ausübten, wozu sie sich der vorhandenen römischen künstler bedienten; von diesen ist mit der sache das wort gekommen und zunächst in den merowingischen landen, sowie in England verbreitet worden. die umwandlung der form ist folge der auf das wort übertragenen einheimischen betonung und der damit angewandten deutschen lautgesetze (monéta gewandelt zu móneta, und mit übergang des e in i nach deutscher art in bildungssilben, und dem dadurch bedingten lautwandel des o in u, munita): altniederd. munita, moneta, nomisma Prudentiusgloss. in Haupts zeitschr. 15, s. 527; ahd. muniza, moneta, mhd. munze, münze; ags. mynet, engl. mint; fries. menote, mente, monte, munte; das nord. mynt ist erst später aufgenommen. übergang des wortes in das männliche geschlecht, wenn es ein einzelnes geldstück bedeutet (nach pfenning), ahd.: ouget mir then muniz thes zinses (ostendite mihi nomisma census). Tat. 126, 2.
2)
münze bezog sich zufrühest nur auf silber- und kupferstücke, die in den germanischen münzstätten geschlagen wurden, während die prägung des goldes entweder in Byzanz oder, wenn anderwärts, doch unter dem bilde oder zeichen des dortigen kaisers geschah (daher das goldstück ahd. cheisuring, mhd. bîsant, bîsantinc); andenken an diese frühesten verhältnisse ist bewahrt, wenn münze noch spät dem gold entgegengesetzt wird: auch was geltz die herren ausz der losungsstuben also der stat paumeister geben, das ist alleweg muntz als pfenning oder haller und kein golte. Tucher baumeisterb. 66, 15, vergl. dazu Schm. 1, 1632 Fromm.;
man lyhet eim yetz münz umb goldt.
Brant narrensch. 93, 20;
oder wenn bis jetzt münze bedeutet, was wir sonst kleine münze, scheidemünze nennen: münze vor grob gelt wechseln, monetam crassiorem minutulis nummis commutare. Stieler 1309; es waren fünf und zwanzig scudi in münze. Göthe 34, 57;
kein wechsler wird das gold, wie er die münzen wählen.
Haller schweiz. ged. 112 (frühere lesart kreuzer);
vergl. dazu münzgroschen, münzpfenning.
3)
münze, als collectivbegriff, was an stücken aus einer münzanstalt hervorgeht, geld eines landes (gedacht als eine gesamtheit des von den münzern gearbeiteten): die münze, gält, moneta Maaler 294ᵈ; gold und silber gestempelt, d. i. mit einem zeichen, für wie viel sie gelten sollen, versehen, sind gesetzliches geld, d. i. münze. Kant 5, 96; es heiszt münze schlagen: und gebe dir gewalt eigene münze in deinem lande zu schlahen. 1 Macc. 15, 6; münze zeinen, metallo taleolas ferventes malleo subigere. münze schroten, metalli taleolas secare in nummarias plagulas. münze weisz sieden, malleatos nummos sartagine coquere, vel medicata aqua cluere. münze auf gewicht beschneiden, monetales plagulas suo exemplari coaequare. das runde an der münze einhalten, denticulatos rudium nummorum margines exaequare. münze quetschen, feriendo rudiori nummo ipsum idonea latitudine ac crassitudine afficere. münze abrichten, lubrica aequilitate nummos afficere. münze zeichnen, marculo monetario nummum signare. münze aufziehen sive probiren, materiam et opus monetarum explorare. Stieler 1310; münze beschneiden, in betrügerischer absicht: münze beschneiden, numisma circumcisione minuere. falsche münze schlagen, numismatis materiam mixtura quapiam vitiare. 1309; jüden- sive beschnittene münze, pecunia accisa, arrosa. 1310; münze fälschen: in dreierlei weisz würd die münz gefelscht, erstlich wann einer betrieglicher weisz eins andern zeichen darauf schlecht, zum andern, wann einer unrecht metall darzu setzt, zum dritten, so einer der münz jre rechte schwere gewerlich benimbt. Carolina art. 111; münze verschlagen, falsch prägen, umprägen: keinerlei munz ich nit verschlag (sagt ein krämer). fastn. sp. 791, 29; münze ausgeben, verbreiten, wechseln, einziehen u. ähnl.; daʒ diu tâch (dohle) gar gern pfenning auf hebt und hât die münz liep. Megenberg 206, 32;
ir juden, suchet munz herfür,
ee man euch in den peutel stür.
fastn. sp. 186, 12;
gute, schlechte, böse, baare, klingende, eigene, gangbare, fremde münze; in Baiern gab es schwarze münze (aus 1 loth fein silber mit ebensoviel oder noch mehr zusatz kupfer) im gegensatze zu der bessern Regenspurger weiszen münze, vgl. Schm. 1, 429 Fromm.; falsche münz oder pfenning, nummus adulterinus Maaler 294ᵈ; guldine münz, nummus aureus, kupferne münz, moneta cuprea, silberne münz, silberreich, argentum, moneta argentea. ebenda; dem bischoffe erteilt man ouch, swenne er niuwe herre wirt, daʒ er wol mag geben eine niuwe münze. Basler rechtsquellen 1, 8; man sol einem probst zinsen mit den pfennigen und bi der münze, die man denn da in dem land schlat, und gat und löifig ist. weisth. 5, 64 (Aargau, 15. jh.); in der zeit was ain böse münz hie, die hieszen Regenspurger. d. städtechron. 5, 51, 28; fünfhundert wechszler mit allerlei münz in alle land gericht. Frank weltb. 207ᵇ; 'ist es doch als wenn ich einen bettelmann erschlagen hätte, so viel dreier und zweier hab ich bei mir': nahm darauf die groschen und legte sie besonders, die kleinere münze warf er unter die jungen, dasz sie sich drumb schlagen mochten. Chr. Weise erzn. 77 Braune, vergl. dazu kleingeld;
ir seit all ungetreu ainander,
und habt bös münz, das ist das ander,
und falsch richter und ungetreu amptleut.
fastn. sp. 296, 12;
sprichwörtlich: es gilt nicht überall gleiche münze. Simrock sprichw. s. 386; es wird der welt noch fehlen an münz, an holz und guten freunden. Pistorius thes. par. 7, 16;
so wir hätten einen glauben,
gott, gerechtigkeit vor augen,
ein ell, gewicht, maasz, münz und geld,
so stünd es wohl in dieser welt.
5, 80;
durch kauf, fürkauf und aufkauf,
böser münze freien lauf,
wird der arm' gefressen auf.
6, 64;
bei der münze musz man lehren (lernen),
wie sich thut die welt verkehren.
92;
man soll einen fürsten erkennen bei einer strasze, guter münze und haltung beschehener zusage. 7, 96;
ain küng und fürst fast würt erkant
bei seiner liebsten diener stant,
und wi er helt sein münz und strasz,
auch frid und recht beschützen lasz.
Schwarzenberg 134ᵃ.
4)
münze, in vereinzelnder bedeutung, das geprägte geldstück (ahd. als masc., vergl. oben 1): eine goldene, silberne, kupferne münze; die Schweiz läszt keine goldenen münzen prägen; altgriechische, römische, englische, französische, deutsche münzen; lederne münzen, vergl. ledermünze und nachher nr. 5; die nach bestimpte inländische güldene münzen, so auch im reich teutscher nation geschlagen. Ferdinands I neue münzordnung von 1559 § 70; dasz etliche die gülden und silbern münzen ringern, beschneiden, schwächen, abgieszen, auszwiegen, der untern schläge abcontrafiguriren, durch aufwechsel, oder in andere wege damit gefährlicher weisz handlen, die in frembde lande auf gewinn führen, oder practiciren. 161; münzen schlagen, monetas ferire, sie prägen münzen, monetas signant. Steinbach 2, 85;
Krist selbe zuo den juden sprach,
dô er des keisers münze sach:
ir sult gote unde dem keiser geben
ir reht, welt ir rehte leben.
Freidank 25, 10;
du must fürher wol stechen,
soll anwalt für dich sprechen;
gesetze wird er bringen,
nachdem die münzen klingen;
am besten ist gerathen
mit denen für ducaten.
Logau 2, 147, 36 ('fürsprecher');
kauft, hier geb ich euch münzen, vom mächtigen Titus gepräget.
Schiller Pompeji u. Herculanum;
entfallen münzen in ein klingend becken.
Uhland ged. 437;
und 'gottes freund, der pfaffen feind!' ...
auf seinen münzen liest man dies.
A. v. Droste-Hülshoff ged. 372;
denkmünze: das der käiser ihm zu ehren eine münz schlagen, und Bellisarii bild drauf prägen liesz, mit diesen worten: Bellisarius, decus Romanorum. Schuppius 132;
als drauf der graf gerettet zu Stuttgart sitzt im saal,
heiszt er ne münze prägen als ein gedächtnismal:
er gibt dem treuen hirten manch blankes stück davon;
auch manchem herrn vom schlegel verehrt er eins zum hohn.
Uhland ged. 360.
5)
münze, in bildern und redensarten: da hat weder koch noch keller, noch gast noch wirt kain ruͦw, nur schöpf, schenk ein, zett nit, trink ausz, kusz den boden war die münz (das galt). Frank trunkenheit Dijᵇ; der betrogen ist, versteht die münz nicht. Lehmann floril. 1, 108; der leib eines solchen gelehrten menschen ist gleich der gülden münze, wo die hinkompt bleibt sie in ihrem werth. eines reichen mannes sohn aber, der nichts verstehet, wird nach solcher tugend zu rechnen, als eines herrn lederne münze, welche nur in seines eigenen herrn lande etwas, aber in fremden provincien nichts gilt. pers. rosenth. 3, 27; dem leser und dem untersucher der schönheit überlasse ich, die münze umzukehren und besondere betrachtungen zu machen über die theile, welche der maler dem Anacreon an seinem geliebten nicht vorstellen konnte. Winkelmann 4, 229; was die menschen tugend nennen, besteht, wie die münze in gewissen ländern, in einer anzahl abgeredeter zeichen, welche man unter einem gewissen stempel für einen gewissen preis im handel und wandel gelten zu lassen übereingekommen ist. Wieland 7, 29; die lüge musz hier gangbare münze sein, wenn die wahrheit so wenig glauben findet. Schiller kab. u. liebe 5, 2; charakter polirter nationen! werft die münze in den tiegel, wenn ihr ihren gehalt wissen wollt; unter dem gepräge findet ihr ihn in ewigkeit nicht. Göthe 33, 111; was der eitelkeit so sehr schmeichelt, die excellenz, der baron, der stern des civilverdienstordens, diesz alles hatte nur sehr geringen einflusz auf Spittlers wahl, ungeachtet auch der mann von geist und character wünschen musz, dasz diese münze ihren werth nicht verliere. Hugo civ. - mag. 3, 501; M. ach, das ist der theuerste handschlag, den ich in meinem leben empfangen habe. G. ist aber keine falsche münze. Kotzebue dram. sp. 2, 341;
ich hœre genuoge liute klagen,
der triuwen münze sî verslagen.
Freidank 44, 22;
und so, des bundes general,
sah ihn der Rhein, sah ihn Westphalen,
mit scharfer münze klingend zahlen,
auf seinem weg die flamme prahlen.
A. v. Droste-Hülshoff ged. 373;
mit gleicher münze bezahlen, par pari referre. Steinbach 2, 85; und sach sich bei der münz bezalt (e videsi di tal moneto pagato) nachdem sein kaufmanschatz gewesen war. Bocc. (1535) 133ᵃ; bezahlete er beide, die frauw und magd mit gleicher münze. Kirchhof wendunm. 329ᵃ; der baur jhn mit gleicher münz zubezahlend, antwortet: herr gerichtsschreiber das versteht jhr nicht. Zinkgref apophth. 2, 93; wenn ein ungetrewer herr von eim getrewen diener mit gleicher münz bezahlt wird. Lehmann flor. 1, 144; so werden sie wiederum mit gleicher münze bezahlet. Schoch stud. leb. D; mit gleicher münze erwidern. ehe eines mannes 269; wissen sie was? bezahlen sie ihn mit gleicher münze — geben sies ihm heim! Schiller neffe als onkel 2, 8; eben um diesen mit gleicher münze abzuzahlen, verstellt ich mich in diesen versteller. J. Paul biogr. belust. 1, 129;
was schadts, ob man dein herrn bezal
mit gleicher münz.
H. Sachs fastn. sp. 3, 24, 267;
ward er mit gleicher münz bezalt,
zu todt auch hingerichtet.
Soltau volksl. 428 (von 1567);
wolan, ich wil sie mit jrer eigen münze bezalen, und sagen, das sie auch nicht jüden sind. Luther 8, 120ᵇ; dasz ich einen betrieger mit seiner münze bezahlt habe. Lessing 1, 284;
denkstu, wie du mich stiest an kopf, ..
hiest mich ein schelm und alten hund.
wie meinstu, wenn ich dich jetzund
mit doppelter münz bezahln thet?
J. Ayrer 452ᵈ (2274, 10 Keller);
ists recht, dasz man die münz an münze wieder zahle,
stiehlt den ein rabe recht, der wie ein rabe stahle?
Logau 1, 137, 92;
ich nehme es nicht für baare münze, non habeo pro certo. Serz 102ᵇ; der gelehrte, dem zuletzt die hergebrachten worte für baare münze gelten. Göthe 52, 13;
unstatthaft ists, willst du das lob
als baare münz einnehmen,
und dann zum tadel kraus und grob
nicht gleichfalls dich bequemen.
Rückert 234;
beutel, um das gleichnis fortzusetzen, in welchen ich die kleine münze einzelner empfindungen so lange sammele, bis ich sie in gute wichtige goldstücke allgemeiner anmerkungen umsetzen, und diese zu dem kapitale selbstgedachter wahrheiten schlagen kann. Lessing 8, 191;
als ob
die wahrheit münze wäre! ja, wenn noch
uralte münze, die gewogen ward!
das ginge noch! allein so neue münze,
die nur der stempel macht, die man aufs bret
nur zählen darf, das ist sie doch nun nicht!
2, 275.
6)
münze, die münzstätte: münz, der münzeren werkstatt, officina monetaria Maaler 294ᵈ; der scholtheiʒʒe mit zwein oder drîn biderben mannen, unverwant und âne wiʒende des münzemeisters sol gân in die münze (zur untersuchung des dort geprägten geldes). Basler rechtsqu. 1, 9; anno 1429 jar ward (zu Augsburg) das tanzhausz new gemacht und die münz stuͦnd daran, die satzt man auf unser frawen platz. d. städtechron. 4, 321, 21; aufseher über die münze. Kästner verm. schriften 1, 49; so viel zahlte man mir in der münze von Perugia dafür (für geschmolzenes gold). Göthe 34, 126;
münz, zeughausz, geschütz und arsenal.
Weckherlin 702;
bildlich: diese lüge ward in eben der münze geprägt, aus welcher die 1000 dukaten kommen. Lessing 10, 285; im sprichwort: gründe aus der münze geholt überreden am besten. Simrock sprichw. 386.
7)
münze, das recht münzen zu prägen: der voit sol auch haben alleine die juden, und die munze. weisth. 3, 609 (Franken, von 1253).
8)
mohrische münze, guineische münze, name einer porzellanschnecke, cypraea moneta. Nemnich 2, 1350.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2703, Z. 31.

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Zitationshilfe
„münze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCnze>, abgerufen am 07.08.2020.

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