Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mürsen, verb.

mürsen, verb.
zerstoszen, zerquetschen: zermürsen, subterere Maaler 515ᶜ; schweiz. morsen, mürsen, malmen, klein stoszen Stalder 2, 214; bair. der-mürsen, -mürschen, -mürseln, -mürscheln, zerreiben, zermalmen Schm. 1, 1654 Fromm.; in der form mürsten:
hy stan ich, daʒ ich stosz und mürst
köler, swefel, saliter (salpeter, zu schieszpulver).
Behaim buch von den Wienern 123, 21;
dazu, wie zu einfachem mürsen kann das part. gemürst fallen: schneide derhalben keine glieder also bald ab, sie seien gleich gehawen, geschlagen, gemürst, gebrennt. Würtz wundarznei 246. das wort ist nächste ableitung von murs, mürs, morsch mit dem grundbegriffe des brüchigen und brechenden (sp. 2590), und es wurde sp. 2592 vermutet, dasz mörser, ahd. morsari aus lat. mortarium mit rücksicht auf dieses allerdings so früh nicht nachweisbare wort eine umdeutschung sei. vergl. auchmörseln, ↗gemürsel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2728, Z. 8.

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Zitationshilfe
„mürsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCrsen>, abgerufen am 08.05.2021.

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