Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

musch, musche, müsche, m.

musch, musche, müsche, m.
der rheinische name des sperlings, vergl. untermösch sp. 2595; passer, muesz, mussche Dief. 415ᵃ; auch niederd. musche neben lüning Schiller-Lübben 3, 139ᵇ; niederl. mussche, passer Kilian; spatz, sperling, müsche. Plinius von Heyden 368.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2730, Z. 54.

musche, f.

musche, f.
aus dem franz. mouche, mücke, fliege.
1)
ein modewort für das schönpflästerchen, seit dem 17. jahrh. aufgekommen (Falke costümgeschichte s. 386 f.) und im 18. jahrh. (bis gegen 1780, vergl. Wieland 5, 201, anmerkung zum neuen Amadis, gesang 17, 5) noch sehr häufig, auch in französischer oder gemischter schreibung: mouschen, eigentlich mouches, schminkpflästerchen, sind kleine und grosze, von schwarzem taffet oder sammet ... in allerhand figuren ausgeschnittene fleckchen, die sich das frauenzimmer ins gesicht und auf die blosze haut zu kleben pflegt, um die weisze ihrer haut dadurch, wie durch eine folie, zu erheben. frauenzimmer-lex. (1773) 2215; sie .. druckte zwei kleine verrätherische muschen zwischen die runzeln an den augen. Rabener sat. 4, 111;
wenn sie (die dame) nicht etwan lehren dem kammermädchen ertheilet,
hier die musche zu legen, und dort die locke zu ändern.
Zachariä tageszeiten (1757) 27;
zwar verbrachten sie nicht den morgen am schimmernden nachttisch,
und verschwendeten stunden, um eine musche zu legen.
29;
ihr götter! von schrecken entseelt,
fliegt sie dem putztisch zu. was ists? o himmel! das siegel
von ihrem triumf — noch eine musche, fehlt!
Wieland 4, 26 (n. Amadis 2, 4);
dim. müschchen:
ja dies geraubte müschchen
empfingest du sogar.
Bürger 4ᵇ.
2)
verzierung an einem kleide, in form von fliegen: man sagte mir von diesem kleide, blau mit silbernen muschen, die den augen des kindes als sterne erschienen. Göthe 14, 200.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2730, Z. 59.

musche, f.

musche, f.
in den mundarten verbreitetes wort für ein liederliches weib: bair. die musch, auch muschel (verschieden von muschel 3, e, sp. 2732), weibsperson die sich hingibt Schm. 1, 1681 Fromm.; schwäb. musch, hure (auch büchse) Schmid 396; in Schlesien musche, mutsche, kuh, und liebkosende bezeichnung eines mädchens Weinhold 63ᵇ, das letztere leitet wieder auf mosche, junge kuh und die sp. 2595 dazu gegebenen formen; schweiz. ist mutsch, mutti, muttli, thier (kuh, schaf, ziege) ohne hörner, die muttle, mutsche auch eine weibsperson mit einer kleinen untersetzten gestalt. Stalder 2, 225. vergl.mutz.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2731, Z. 7.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
mückendreck
Zitationshilfe
„müsche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCsche>, abgerufen am 20.06.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)