Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

mache, f.

mache f
1)
die handlung des machens, verfertigens; von Frisch 1, 631ᵇ als ein wort niederer kreise aufgeführt, es ist mundartlich über ganz Deutschland verbreitet (niederd. make, mack Danneil 133ᵇ, mitteld. mache, nass. mache arbeit Kehrein 269, bair. schwäb. mache, schweiz. machi arbeit Stalder 2, 190), auch holländ. make, engl. make, wird aber in der nhd. schriftsprache seit dem 17. jahrh. nur in sparsamer verwendung angetroffen, in formeln wie in der mache haben, sein, in die mache geben, nehmen u. ähnl.: wir waren nicht ursache davon, dasz die stücke von 24 ducaten mitten in der mache verdurben. Chr. Weise neue prob. 213; die kleider sind noch in der mache. körbelmacher 132; das kleid ist noch in der mache, vestis adhuc sub manibus sartoris est. Steinbach 2, 4; weil der catalogus davon bereits in der mache ist. Schmid bei Lessing 13, 636; arme poeten, die keinen schuh anzuziehen hatten, weil sie ihr einziges paar in die mache gegeben. Schiller räuber 2, 3; nun hab ich eine rührende romanze in der mache. Bürger 464ᵃ; er vertraut mir, dasz ein noch viel heilloseres gesetz in der mache sei, ein verbot nämlich für alle beamte und officiere, fremde staatspapiere und eisenbahnactien zu kaufen. Varnhagen tageb. 2, 310; bildlich in vertraulicher rede einen in die mache kriegen, nehmen, einen in der mache haben, ihn bearbeiten, ihm den kopf zurechtsetzen, ihn nachdrücklich belehren; dér weg ist am sichersten, dasz ihr ihn auf frischer that in die mache kriegt. Chr. Weise liebesalliance 62; da hatte ich einen herrn geistlichen in der mache. neue prob. 238; diese damen und noch einige andere, welche sie sich beizugesellen wuszten, nahmen den kaiser Alexander in die mache. Arndt leben 251; Lobeck hat auch den armen Creuzer wieder einmal schön in der mache gehabt. Passow leben (1839) 146.
2)
die fertige arbeit und die art derselben:
Daja. dasz Recha eine christinn ist: das freuet
euch, einen christen, einen tempelherrn,
der ihr sie liebt, nicht mehr? tempelherr. besonders da
sie eine christinn ist von éurer mache.
Lessing 2, 294;
in Düringen sagt man der rock hat eine schöne mache, ist schön gearbeitet, fällt besonders gut ins auge; und die neueste zeitungssprache wendet das wort auch auf geisteserzeugnisse, besonders in der formel geschickte mache: das drama hat eine geschickte mache, ist aber sonst unbedeutend.
3)
in Leipzig, Halle a/S., der Lausitz, Schlesien ist mache das fett, das an gemüse gethan wird. Albrecht 164ᵃ, Weinhold 59ᵃ, die schmelze, die es eszbar macht. vgl. dazu machen I, 1, c.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1362, Z. 63.

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