Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

magazin, n.

magazin, n.
vorratshaus; ein ursprünglich arabisches, zunächst in die romanischen sprachen übernommenes wort: arab. machzen, machazen, platz oder gebäu, wo man etwas aufbewahrt (vom verbum chazana aufbewahren), span. magacen und almacen, portug. almazem, armazem, ital. magazzino, franz. magasin, vgl. Dozy Oosterlingen (1867) s. 60; im franz. darf das wort schon im 16. jahrh. als eingebürgert angesehen werden (Littré 2, 374ᵇ), wogegen es im deutschen vor dem 17. jahrh. nicht erscheint, sich aber dann verhältnismäszig schnell festsetzt: anreichend die aufrichtung gewisser magazin und provianthäuser, lassen wir uns solche nicht zuwider sein. abschied des reichstags zu Regensburg von 1641, § 61; magazin, magasin, wird genennet ein ort, dahin die frucht zu erhaltung des volkes gebracht wird, ein gewölbe, proviant-hausz, die vorraths-kammer, rüsthausz; die kaufleute pflegen auch ihre niderlagen und vorrathskammern also zu nennen, ingleichen die behältnüsse an kutschen, wo man die coffres, und andere sachen zu verwahren pfleget. Nehring hist.-pol. lex. (1736, zuerst 1684) 716; magazin, horreum, das getreide in die magazine schaffen, frumentum conferre in publicum. Hederich (1729) 1565; magazin, pro zeughaus, armamentarium. Steinbach 2 (1734), 10; magazin, ein ort, vorrath von etwas zu haben, horreum, repositorium, apotheca, cella. Frisch 1, 632ᶜ; magazin, nennen auch die sattler das vordertheil eines reisewagens, einiges reisegeräth darein zu thun. ebenda; seit dieser zeit in allen angegebenen bedeutungen ein ganz gewöhnliches wort, vgl. fruchtmagazin, kornmagazin; die leute hoben getreide aus ihren unterirdischen magazinen. Seume spazierg. 1, 159; wollt ihr .. im gallioten-paradies das ganze eisen-magazin Vulcans hinterherschleifen? (Spiegelberg zu seinen genossen). Schiller räuber 1, 2; auch bildlich:
hier füllten sie
das magazin der fantasie
mit stoff zu göttern an, und hatten nur zu wählen.
Wieland 10, 86;
als titel einer zeitschrift: magazin für die litteratur des auslandes. an den heutigen repetiergewehren heiszt magazin auch der behälter, der die hinter einander abzuschieszenden patronen faszt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1429, Z. 30.

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Zitationshilfe
„magazin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/magazin>, abgerufen am 28.11.2021.

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