Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mage, magen, m.

mage, magen, m.
mohn: papaver magen Dief. 410ᶜ; magen, machen, moc nov. gloss. 279ᵃ; mage, magen, mägle papaver Nemnich; eʒ ist zwaierlai mâgen: ainer ist weiʒ und der ander swarz. Megenberg 414, 4; sam der mâg den habern derret. 426, 28; die oel-mühlen sind in einer wirthschaft, wo man viel flachs, magen, nüsz und sonderlich wilde rubensaat bauet, ein gut stuck. Hohberg 1, 72ᵃ. mohnpflanze, hier im plural: fürt in in den garten, do stunden vil magen. do schlug er mit einem stab vil der haubt nider. Müglin (1489) 100ᵇ. s. mahen, mohn.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1435, Z. 44.

mage, m.

mage, m.
seitenverwandter, verwandter im allgemeinen. ein altes gemeingermanisches wort: goth. mêgs γαμβρός, altnord. schwiegervater, schwiegersohn und schwager; alts. mâg, ags. mæg, fries. mêch verwandter; ahd. mhd. mâg, mâc, cognatus, affinis; überall der starken declination folgend, die auch nach der mhd. zeit noch hervortritt: affinis mag, mog, maug, mages, frewnt. Dief. 16ᵃ; cognatus mag, maig, mog, mach. 130ᵇ; queme ein man, der dich anspreche um seinen mog. Magdeb. blume 1, 110;
das kind sin eltern btrugt und mog,
der vatter hatt keinr syppschaft frog.
Brant narrensch. 102, 87;
während umgekehrt, wie zum theil schon im angelsächsischen, sich im mhd. die schwache nebenform mâge entwickelt:
dô giengens wirtes mâgen   dâ man den helt vant.
Nib. 289, 1;
und sich, so lange das wort überhaupt noch im lebendigen gebrauche steht, vorwiegend festsetzt: dy wile sotane mogin sein, so stirbit kein gut erbeloz. Magdeb. blume 2, 1, 26; nun was der fryherr von Röteln des bischoffs und auch des abts mage. Tschudi 1, 170; gewöhnlich erscheint mage in formelhafter verbindung mit freund: der sant freund und magen hintz (hin zu) dem chuͦnig. gesta Rom. 40 Keller; unkeusche werk mit magken, gesipten, fründen. Keisersberg dreieckicht spiegel Cc 5ᵇ; sin nester mag und freunt. Wilw. v. Schaumb. 44;
er sprach: ir brüder, freundt und magen,
etwas nötigs hab ich zu sagen.
B. Waldis Esop 3, 41, 11;
was hilfts, das jr einander plagen? (spricht ein dornbusch zu zwei bäumen)
weil jr seind zsamen freundt und magen
von hohen bäumen, edlen stämmen,
drumb solt jr nit einander hemmen,
sondern wie freund gütlich vertragen.
78, 20;
wir können wol sitzen bei freunden und magen.
Ambraser liederb. no. 161, 17;
im 17. jahrh. wird das wort zwar noch aufgeführt: mage, affinis, cognatus, schwertmage, spillmage. Schottel 1360, erscheint aber, auszerhalb des fortdauernden juristischen gebrauchs der beiden zuletzt aufgeführten zusammensetzungen, höchst vereinzelt:
er spottet ihrer noch darzu, sprach: meine liebe magen,
seht nunmehr werd ich eure schu an meinen füszen tragen.
Reinicke fuchs (Rostock 1652) 200,
wo anlehnung an den niederdeutschen text vorliegt:
wente gi sint van minen levesten magen,
dar umme wil ik juwe schoie dragen.
Reinecke fuchs 2685;
das 18. jahrh. hat, wie mit manchem alten, den versuch der auffrischung gemacht, ohne damit viel anklang zu finden:
der held, von dem wir singen und sagen ..
ist einer von unsern freunden und magen.
Wieland 21, 7;
heran, mein trautes kind,
und setz dich her! sollst deinen ersten mann,
und deine freund und deine magen sehn.
Bürger 153ᵃ (Ilias);
sippen und magen. Niebuhr 2, 381. vergl. auch magenschaft unter magschaft.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1435, Z. 54.

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Zitationshilfe
„mage“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mage>, abgerufen am 04.12.2021.

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