Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

magie, f.

magie, f.
zauberkunst; früher als fremdwort im lat. gewande (magia) erscheinend, seit dem vorgeschrittenen 17. jahrh. in der angegebenen form (betont magíe) sich einbürgernd, Frisch 1, 633ᵃ führt es nur so auf: magie, von magia, ars magica; bei den dichtern oft, nicht nur im sinne von zauberkunst, schwarzkunst:
drum hab ich mich der magie ergeben,
ob mir, durch geistes kraft und mund,
nicht manch geheimnis würde kund.
Göthe 12, 30;
mehr als Trojas pferd, wiewohls ein groszes
reich zerstörte, schätz ich diesen rappen,
den ein magier durch magie gebildet.
Platen 322;
sondern auch freier, zauberkraft, geheimnisvolle kraft:
oft brachte die magie von einem sonnenblick
auf einmahl aus der gruft der schwermuth ihn zurück.
Wieland 23, 84 (Oberon 8, 22);
der seelen
entzückender zusammenklang — ein kusz —
der schäferstunde schwelgerische freuden —
der schönheit hohe, himmlische magie
sind éines strahles schwesterliche farben,
sind éiner blume blätter nur.
Schiller don Carlos 2, 8.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1445, Z. 57.

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Zitationshilfe
„magie“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/magie>, abgerufen am 26.11.2021.

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