Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

magnet, m.

magnet, m.
magnes. der von Magnesia in Thessalien herrührende name des steines ist seit dem 12. jahrh. ins mhd. übernommen worden (vergl. Bartsch einleitung zu herzog Ernst s. cxlix), und es ist anlehnung ans lateinische, wenn sein nominativ magnes, andere casus des, dem magneten u. s. w. lauten: der adamas .. hât die art, daʒ er daʒ eisen an sich zeuht sam der stain magnes tuot, aber der adamas nimt dem magnêten daʒ eisen, wenn er gegenwärtig ist. Megenberg 433, 21; von dem magnêten. magnes der stain ist eisenvar. der zeucht daʒ eisen an sich, wenn der adamas niht gegenwärtich ist. 451, 22; daneben heiszt es auch den magnes, und nom. der mangnât, mangnet (Bartsch a. a. o.). die an die letztere zunächst angeschlossene form magnet ist seit dem 15. jahrh. geblieben: magnes magnet Dief. 343ᵇ (v. j. 1429); magnethe, mangneet ebenda; magnet, magnes, est lapis preciosus. voc. inc. theut. n 3ᵇ; magnet, der das eisen an sich zücht, magnes Maaler 282ᵃ; in früher schwacher, später gewöhnlich starker declination:
wann du schon werst ein ruher stein,
vyl herter dann ist ein magnet.
P. Gengenbach gouchmat 630;
da die schiffahrt so gefährlich,
die doch so viel nutzen schafft,
sieht man ja, wie unentbehrlich
des magneten wunderkraft.
Brockes 9, 59;
noch ist vom magnet zu merken,
dasz er recht verwunderlich
sich durch eisen lasse stärken.
66;
(der weise) prüft der stoffe gewalt, der magnete hassen und lieben.
Schiller spazierg. 131;
magnetes geheimnis, erkläre mir das!
kein gröszer geheimnis, als lieb und hasz.
Göthe 2, 230;
in bildern: alldieweil auch mein magnet allda zu schauen, welcher dieses herze nach sich zieht. polit. stockf. 325; der magnet, der ihn dort hält, ist gewisz niemand anders, als Genovefa selbst. Fr. Müller 3, 57; es rennen die einen dem getriebe des marktes zu, wie unwillkürlich durch einen magnet oder einen strudel angezogen. J. Gotthelf erzähl. 4, 235;
mein treues herz ist ein magnet,
der nur nach einem pole steht.
Günther 300;
ein unbekanntes was, das ihn wie ein magnet
nach Bagdad zieht.
Wieland 22, 120 (Oberon 3, 43);
doch warum heftet sich mein blick auf jene stelle?
ist jenes fläschchen dort den augen ein magnet?
Göthe 12, 42.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1447, Z. 1.

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Zitationshilfe
„magnet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/magnet>, abgerufen am 28.11.2021.

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