Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mahd, n.

mahd, n.
und fem. mähen und gemähtes.
1)
das neutrum erscheint zumal in der alten sprache und noch jetzt mundartlich oberdeutsch, in verschiedener bedeutung: mhd. mâd arbeit des mähens. mhd. wb. 2, 1, 20ᵇ; sprichwörtlich: wenn der mann ist im mad, soll die frau liegen im bad, i. e. decem vel duodecim annis maritus uxorem antecedit. Stieler 1208; wenn der gesell schon ins madt gehen kan, wenn noch die jungfrau im bad lieget, so wird eine gute heirat, sagen die alten weisen. Mathes. hochzeitpr. L 1ᵇ; das was zu mähen ist, gemäht wird, heu, namentlich in der alten reimformel sat und mahd: die von Bersikon süllent ouch anweidig sein zu dien ab Öisten unz zuͦ des kellers hag an Gallen boll, sät und mät unschedlich. weisth. 1, 51 (Zürich, v. j. 1412); was uff dem felde ist von sat und mat. 361 (Schwarzwald); also das nieman dem andern sol varen uf sin matten, noch uf sin acker, noch uf sot als uf mot. 824; schwäbisch das mahd, das gemähte Schmid 369 (vgl. hierzu emde, grummet, omet); tirolisch das mâd, schwade frisch gemähten heues. Schöpf 409; kärntnisch das maͦd, maͦt, das gemähte oder zu mähende gras Lexer 183; sonst im bairischen sprachgebiete in zeitlichem sinne, das mad, mähzeit, heuernte. Schm. 1, 1567 Fromm. Schöpf a. a. o.; und örtlich platz der gemäht wird, besonders im walde oder gebirg (Schm.), bergwiese, alpenmatte (Schöpf); so auch schwäbisch: das mahd, die zu mähende wiese. Schmid a. a. o.; schweiz. das mahd, heuberg, den man einmal im jahre mäht, grasefleck, den man wirklich mäht, und wo die schwaden in reihen liegen. Stalder 2, 291; als ortsname: usz der schwarzen erlen in das nüw mad, und usz dem nüwen mad in den Aeschersteg. weisth. 5, 207 (St. Gallen, v. j. 1431); plur. mähder: im tausent cccc. lxxiij. was der dürr summer darinn vil wäld und mäder vom himmel angezündet verbrannen. Frank chron. 1531 210ᵃ. im schwäbischen sind mähder (auch mähden) einmähdige plätze, die zu äckern und wiesen untauglich sind. Schmid 369.
2)
das fem. mahd, welches sich im compos. manne-mât schon im 14. jahrh. vereinzelt findet (Lexer mhd. wb. 1, 2035, vergl. unten mannsmahd), und was wol auch Maaler meint, der das geschlecht nicht angibt: mad, die ordnung grases so der mäder abgemaͤyt. maden schlahen, falce demetere. 280ᵈ, hat in der neuern schriftsprache, wo das wort aber nur selten gebraucht wird (vgl. auch heumahd), ausschlieszliche verwendung gefunden: die mad, das abgemähete gras, gramen in seriem falce. Frisch 1, 633ᶜ; maden schlagen, zu maden schlagen, gramen inserius conjicere, falce demetere gramen, die maden zerstreuen, series graminis disjicere. ebenda;
wie schwingt sie die sense, wie streckt sie die mahden danieder!
Uhland ged. 238;
es duften die mahden.
239;
vom getreide:
mein frühkorn ist geschnitten —
o dreiste, frische mahd!
dasteh ich nun inmitten
der aufgebundnen saat!
Freiligrath dicht. 2, 115.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1449, Z. 20.

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Zitationshilfe
„mahd“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mahd>, abgerufen am 01.12.2021.

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