Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mahlschatz, m.

mahlschatz, m.
1)
schatz, kostbarkeit, welche als pfand bei verlobung oder vermählung von den verlobten einander geschenkt wird: arra malschatz, moleschatz Dief. 50ᵇ; arrabo malschacz ebenda; arrhabo mehelschatz Schm. 1, 1580 Fromm.; mahlschatz oder trauschatz, so auf die ehe gegeben wird, arrha. Schottel 430ᵃ; mahlschatz, arrha, arrhabo, arrha sponsalitia. Steinbach 2, 390; wie viel sind allein in ehelichen verlöbnissen felle, da man mus falschen eid zureiszen, malschatz und alles zu nichte machen? Luther 8, 8ᵃ; so wolte ich mir haben lassen ein frommes megdlein ehelich vertrawen, und derselbigen wolt ich darauf zwen silberne becher zum mahlschatz und morgengabe gegeben haben. tischr. 306ᵃ; ich wolte einen spansfünkel neuen thaler einwechseln zum mahlschatze (für die tochter, die verlobt ist). Schoch stud. leb. D; indessen hatte sie .. ihr (der braut) den mahlschatz angehangen. colica 341; eins (ein gebetbuch, hat sie) von ihrem seligen manne, vor vierzig jahren, zum mahlschatze .. bekommen. Gellert 3, 150; ich will ihr den besten mann wünschen, und ihr alle die geschenke, die ich zum mahlschatze mitgebracht habe, zurücklassen. 183;
ist das der liebe pfand?
ist das der mahlschatz nun, damit du zu versehen
als deine bräute pflegst?
Opel u. Cohn 221, 35;
(die) venedischen bräute,
die nach Olivolo gingen zum fröhlichen fest der vermählung:
jede der jungfraun trug in dem zierlichen körbchen den mahlschatz,
wie es die sitte gebot.
Platen 124;
in freiem sinne: gott ists, der uns tröstet und sterkt, kraft und macht gibt, darauf er uns seinen heiligen geist zum pfand und mahlschatz gegeben hat. Luther tischr. 155ᵃ;
dein mahlschatz bin selbst ich,
du meiner (spricht der himmlische bräutigam zur seele).
P. Fleming 312;
dein mahlschatz ist mein herz, dein herz mein heirathsgut.
Günther 695.
2)
mahlschatz auch mitgift, heiratsgut: dos mahelschatz Dief. 190ᶜ; dos heimsteuer, mitgift, mahlschatz, heirathgut Kirsch cornuc.;
zween väter sind bemüht, den mahlschatz auszumachen,
womit des einen sohn, zu beider häuser wohl,
des andern einzig kind in kurzem freien soll.
er musz, spricht dieser greis, vor allen andern dingen
der braut ein heirathgut von funfzig dörfern bringen.
Hagedorn 2, 13.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1458, Z. 23.

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Zitationshilfe
„mahlschatz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mahlschatz>, abgerufen am 04.12.2021.

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