Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

maienbad, n.

maienbad, n.
ein im mai mit duftenden frühlingskräutern bereitetes bad; als lustbarkeit im 15. 16. jahrh. beliebt:
find ich euch in einem maienpad (spricht der jüngling zur jungfrau),
so wil ich euch an der selben stat
mit meinem ailften vinger krauen.
fastn. sp. 717, 9;
ach got gesegne ewer gnad
das schön wolschmeckend mayenbad.
H. Sachs 3, 2, 114ᶜ;
was dem alten volk ein last, todt, bitter gall, hell und notstal ist, das ist dem newen freien volk ein lust, leben, maienbad, himmel, und freihait. S. Frank paradox. 117ᵃ; ironisch:
dan fürt man in zuͦm galgen hin,
und geb im da ein meyenbad
von dem galgen uff das rad.
Murner luth. narr 2702;
von besiegten in einer schlacht:
das hat sie gerewen drat:
sie kamen in kein meienbad,
es was im hornunge,
drumb es in übel gelunge.
Liliencron hist. volksl. 1, 193, 2094.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1476, Z. 4.

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Zitationshilfe
„maienbad“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/maienbad>, abgerufen am 09.12.2021.

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