Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

malschlosz, n.

malschlosz, n.
hängeschlosz, vorlegeschlosz, eigentlich das schlosz an einer reisetasche oder einem mantelsack, mhd. malhe (Lexer 1, 2018); mhd. malchsloʒ, malsloʒ schon in der zuerst angegebenen allgemeineren bedeutung (ebenda 2016); obex ein rigel oder maelschlos an der thur. voc. opt. (Leipzig 1501) S 3ᵇ; ach was ist uber weibergelüst und list, da helfen keine beschnittene kämmerling, noch panzerfleck mit mahlschlossen (keuschheitsgürtel). Garg. 29ᵃ; zog damit sein wol verbicht satteltäsch und malschlosz, darinn guter wein war, auf, trank fein erbarlich ein guts positzlin. 229ᵃ; der alte nimmt ein mahlschlosz, versperret den kasten. Abele gerichtshändel 1, 551; die thür war offen, und (ich) sahe das malschlosz darneben liegen. Schäffer der unter der mönchskappe ehemals versteckt gewes. tanzmeister s. 40;
leit man ein malschlosz schon dar für
und bslüszt all rygel, tor und tür.
Brant narrensch. 32, 7;
zu einem wortspiele benutzt: der segen gottes, den der prediger uber euch spricht vor dem altar, ist das rechte mahlschlosz, das euch mit gott vermählet. Moscherosch christl. vermächtnus (1642) 327; auch mnd. malslot, malenslot, später (1589) verderbt und verhochdeutscht manschlosz Schiller-Lübben 3, 13ᵇ; niederl. maalslot; jetzt noch schwäb. malschlosz, marschlosz Schmid 371; schweizerisch (wo male tasche für eszwaaren noch lebt, Stalder 2, 194) malschlosz vorlegeschlosz Seiler 202ᵇ, und, in mancherlei formen verderbt, mâraschlosz, magatschlosz, mä̂laschlosz, madaschlosz, maletschlosz, margetschlosz, marfelschlosz Tobler 311ᵃ. bei Jacobsson 6, 501ᵇ ist mahlschlosz das was sonst buchstabenschlosz, ein künstliches schlosz, aus ringen bestehend, welche mit buchstaben besetzt sind, die bei der öffnung dergestalt geordnet werden müssen, dasz ein gewisses wort leserlich wird.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1510, Z. 44.

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Zitationshilfe
„malschlosz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/malschlosz>, abgerufen am 28.11.2021.

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