Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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malz, n.

malz, n.
bracium; alts. altnord. schwed. dän. malt, ags. mealt, engl. malt, ahd. mhd. malz, niederd. malt und molt, niederl. mout, im gothischen nicht bezeugt, aber sicher vorhanden gewesen; das uralte gemeingermanische wort hängt, da die sache durch schroten und einweichen dargestellt wird, aufs engste zusammen mit sanskr. mard reiben, zerreiben, griech. ἀμαλδύνω erweiche, schwäche, μέλδω erweiche, schmelze, ags. meltan schmelzen, goth. gamalteins, welches im gen. gamalteinais als glosse zu disvissais ἀναλύσεως 2 Tim. 4, 6 begegnet, ahd. mhd. malz, altn. maltr, weich, sanft, schlaff. maltz, brasium, est frumentum per ignem exiccatum ad braxandum. voc. inc. theut. n 3ᵇ; gemahlen malz, polenta, byne molita. Stieler 1304; malz machen, hordeum macerare et torrere, malz mahlen, bunam contundere, commolire polentam, gedörret malz, hordeum tostum. ebenda; das malz hat eine truckne eigenschaft. Tabernaem. 636; das bier, aus geschrotenem malz, hopfen und wasser in einem küpfernen kessel oder pfanne kochen und zubereiten. öcon. lex. 288; er hat bier zu brauen: nun will er mit allen auf das theuerste hinausz, und gleichwohl läszt er es an hopfen und malz allenthalben fehlen. Chr. Weise erzn. 62 Braune; die gildemeister oder bauerrichter sind beeidigt, darauf zu sehen, dasz die wirthe, welche zum feilen kauf brauen, das gehörige malz dazu nehmen, und nicht mehr davon ziehen, als die ordnung erlaubt. Möser phant. 1, 180;
wer wolt auch wol hier (in Glogau) studiren,
wo man nur pflegt einzuführen
leinwand, wolle, korn und malz,
ochsen, Grötzer bier und salz?
A. Gryphius (1698) 2, 72;
sprichwörtlich: wiewohlen ich vermeinet, aus meinem jungen vetter einen gelehrten und wackern mann zu ziehen, .. so musz ich aber doch leider sehen und erfahren, dasz bei ihm hopfen und malz verlohren. Salinde 162; der general Igelström versuchte den stoiker ein wenig zu sybaritisiren; aber auch er sagte sehr oft in guter laune: an dem menschen ist hopfen und malz verloren. Clodius in Seumes leben s. 87; vergl. unter hopfen th. 4², 1795.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1514, Z. 1.

malz, adj.

malz, adj.
aussätzig; mhd. malât, malâde, malâtes, als verhüllender ausdruck aus dem romanischen übernommen, ital. altspan. malato, franz. malade, provenz. malapte, malaut, catal. malalt krank aus lat. male aptus, woraus sich ein mittellat. malatus gebildet hatte, vgl. Diez wb. der rom. sprachen 1, 259; vgl. auch unten malzei und malzig. leprosus malz, maletzig Dief. 324ᶜ; wie kommts das mer armer, blinder, malzen und bettler sein in der christenheit, denn in der ungläubigkeit? Pauli 87; die malzen und juden .. sol keiner inn sein hausz begeren. Fischart bienk. 245ᵇ;
und sagen, wie sie teilen wöllen
die geistlich zinsz mit iren gesellen:
zuͦ dem ersten in den spittal geben,
den malzen auch da neben.
Murner luth. narr 736;
es .. händt sich zuo im vil armer gselt,
der blinden, malzen und der krüpplen.
trag. Joh. P 6;
und da der malz nun ist erwacht,
da griff er fluchs an seine nas.
Fischart von Dom. leb. 4364.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1514, Z. 37.

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Zitationshilfe
„malz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/malz>, abgerufen am 28.11.2021.

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