Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

malzig, adj.

malzig, adj.
aussätzig, vgl. malz und malzei; die mhd. form malâtzic (Lexer 1, 2016) dauert so oder als malazig, malezig, malizig weiter: leprosus maletschiger l. guterman, maltz ł maletzig Dief. 324ᶜ; wurden malazig und alle ire nachkommen. Keisersberg narrensch. 172ᵇ; die unreinen ab zu sundern (so doch oft der pfaff malaziger ist dann der lei). Schade sat. 3, 47, 20; also als wenig der priester einen mag malitzig machen, so er yhn aussetzig auszschreit, als wenig mag ein bischoff den unschuldigen binden noch den schuldigen auflöszen. S. Frank chronica (1531) 380ᵃ; gewöhnlich ist die form malzig: malzig, väldsiech, leprosus, lepra infectus Maaler 282ᵇ; vergiftet dich der bösz geist .., also das er dich uszsetzig und malzig macht mit unküschheit, das du purpelecht würst und verunreiniget in dinem grund mit unluterkeit. Keisersberg bilg. 17ᵃ; zuͦ gewisserer erkundung, ob einr malzig sei oder nit. Gersdorf feldb. d. wundarzn. 83; ein scheuzlich aufzügig gesicht als ob es malzig wer. Ryff spiegel der gesuntheit 144ᵃ; deshalben an der seele sondersiech, malzig, aussetzig, feldsiech. Reiszner Jerus. 1, 113ᵃ; disz wasser den malzigen leuten geprauchet, hat eine fürtreffliche würkung in denselbigen. Sebiz feldb. 413; du möchtest aber sprechen es were einer malzig ders nicht empfunde. F. Würtz practica d. wundarzn. 172;
durch gyt, so soltu merken recht,
ward Giezi malzig und als sin gschlecht.
P. Gengenbach zehn alter 539;
daher habt jr so rote nasen,
ganz malzig faul und voller masen.
Fischart v. Dominic. leb. 1424;
den aussatz kan er heilen auch, ...
und hat sein erste prob bewiesen
an eim barfüser mit begiesen.
derselbig war so malzig gar,
das jm, eh das ers ward gewar,
sein grosze nas wolt gar verschwinden.
4335;
das er zu jm die engel nem,
und zu dem malzigen münch kem.
4360;
das hie die grawen kuttenknaben
allzeit so malzig nasen haben.
4376;
namlich in ain buzschär sie steckten
zwen brüder, die sie drinn ersteckten
in dem giftigen rauch und gstank,
davon man malzig würd und krank.
flöhhaz 1774.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1516, Z. 51.

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Zitationshilfe
„malzig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/malzig>, abgerufen am 27.11.2021.

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