Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mammon, m.

mammon, m.
reichthum, geld und gut. das mehrmals im neuen testament erscheinende chaldäische wort mâmôn und mammôn, welches, weil es eine personification des reichthums bezeichnet, im griechischen urtext wie in der vulgata in der chaldäischen form geblieben, hat auch Luther unübertragen gelassen: jr könnt nicht gott dienen, und dem mammon (μαμωνᾶ). Matth. 6, 24, ähnl. Luc. 16, 13; ich sage euch auch, machet euch freunde mit dem ungerechten mammon (ἐκ τοῦ μαμωνᾶ τῆς ἀδικίας). Luc. 16, 9; so jr nu in dem unrechten mammon (ἐν τῷ ἀδίκω μαμωνᾶ) nicht trew seid, wer wil euch das warhaftige vertrawen? 11; während früher Behaims evangelienbuch es verdeutschte: ir muͦget gote niht gedienen und dem girgûte. Matth. 6, 24 u. ähnl., ebenso Luc. 16, 9. 11. 13 (sonst wurde es auch anders gegeben: mammon, mamon schacztewfel, dʒ gutis dufel Dief. 345ᶜ, mit hervorhebung des ursprünglichen persönlichen begriffes; Ulfilas hatte theils das fremde persönliche schw. masc. mammôna, theils das deutsche unpersönliche fem. faíhu-þraíhna gesetzt). seit Luther hat sich das wort eingebürgert, ein übler, bald mehr bald weniger deutlich hervortretender beisinn ist bis auf heute geblieben, oft auch die persönliche bedeutung: mammons gut macht mut und übermut. Mathesius Sar. 37ᵃ; der mammon ist zur hülf kein nutz. Kirchhof wendunm. 5ᵃ; der mammon hat den schlüssel zu reicher leut geldkasten, und sie dörfen ihn nicht aufschlieszen, wann sie wollen, sondern wann der mammon wil. wem gönnt aber der mammon etwas? Schuppius 644;
verflucht sei mammon, wenn mit schätzen
er uns zu kühnen thaten regt,
wenn er zu müszigem ergetzen
die polster uns zurechte legt!
Göthe 12, 82;
und mit titel:
erleuchtet nicht zu diesem feste
herr Mammon prächtig den pallast?
206;
welche aber oft auch verblaszt: es ging halsbrechend fort (auf einer reise), und als ich auf der folgenden station bezahlen wollte, war der ganze beutel mit dem kupfer weg. ich war anfangs etwas grämlich und hatte einigen verdacht auf meine gesellschaft; als ich aber das grosze loch unten in der bastdecke fand, das mein wichtiger mammon geschlagen hatte, .. war ich schon zufrieden. Seume mein sommer 66;
der mammon macht in aller ohren
den schön- und angenehmsten klang.
Günther 172;
so kan ich wohl vor disz den kahlen mammon geben?
551;
die ihr aus dunklen grüften
den eitlen mammon grabt,
seht was ihr hier in lüften
für reiche schätze habt!
Brockes 2, 169;
hier ist so ein mittelgipfel,
wo man mit erstaunen sieht,
wie im berg der mammon glüht.
Göthe 12, 205.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1519, Z. 46.

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Zitationshilfe
„mammon“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mammon>, abgerufen am 04.12.2021.

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