Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mange, f.

mange, f.
1)
im mittelalter eine schleudermaschine, mittellat. manga, mangana, manganum aus dem griech. μάγγανον:
do zerwurfen sie die brustwer
vil vaste mit den mangen.
herzog Ernst 1585 Bartsch.
2)
von der form ist der name übertragen auf eine grosze glättemaschine: item so hab ich geben von einer walzen in die mang zu machen von der stat holz 4 grosz. Tucher baumeisterb. 78, 23; am sampztag sant Elspeten obent im 75 jar (1475) verliesz Gabriel Nuczel als ein zinsmeister der stat, dorpei ich was, die mang dem Heinrich Purckart, mangmeister, aber 10 jar lank hinfur, alle jar umb 44 guldein werung zins, .. und dingt im dorein, das er hinfur die wellen unter die mang selber haben und machen lassen sol, die man im vormals von der stat wegen hat machen lossen .. was im aber an der mang rat, seilen und anders pruchs geschee, das sol man im machen lassen. 325, 17; die mange, prelum Stieler 1269; mang, rolle, wäsche oder sonst etwas glatt zu machen, torcular, torcularium, zur mang gehörig, torculus, torcularius. Kirsch cornuc.; mange, ein gerüste zum glattmachen des gewirkes, unterschieden in waschmange oder rolle, und färbermange. Frisch 1, 638ᶜ; mange (neben mangel) eine walze oder rolle, womit das gewirke und die wäsche geplättet und geglättet wird. brem. wb. 3, 128. das wort ist zu mangel erweitert (s. d.) und von da zu mandel umgeformt worden (oben sp. 1536).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1539, Z. 65.

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Zitationshilfe
„mange“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mange>, abgerufen am 29.11.2021.

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