Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mannbar, adj.

mannbar, adj.
1)
eines mannes fähig, von einer jungfrau, mhd. manbære Lexer wb. 1, 2023: nubilis manber meit Dief. 384ᵃ; so aber jemand sich lesset dünken, es wölle sich nicht schicken mit seiner jungfrawen, weil sie eben wol manbar ist, .. so thue er was er wil, er sündiget nicht, er lasse sie freien. 1 Cor. 7, 36; mannbare jungfrawen so sie zu mannen zeitig seindt. Frank weltb. 142ᵇ; als aber das fröle, herr Gotfridt Wernhers dochter, erwachsen und mandbar worden. Zimm. chr. 2, 454, 18; sein mandbare und erwachsne dochter. 3, 114, 36; nun war ein bürgermeister alda, der hatte eine feine manbare tochter. Henneberger tandtafel 477; eine mannbare jungfer, virgo nubilis Steinbach 2, 24; ich halte ein richtiges register von allen mannbaren jungfern, und allen weibbaren junggesellen in der stadt. Lessing 1, 372; vier und funfzig jahr ist just recht für eine mannbare jungfer. 2, 386.
2)
in weiterem sinne, geschlechtlich reif, erwachsen, ehefähig, von beiden geschlechtern, und den jahren der reife: mannbar sein, die yetz alt sind kinder ze machen, puberes filii. Maaler 283ᶜ; mannbar alter an knaben umb vierzähen, an töchteren umb zwölf jar, pubertas, confirmata aetas. ebenda; die jungen unbärtigen gesellen liefen zu dem Theagene, als zu jres gleichen im alter, die mannbaren liefen zu dem Thiami. buch der liebe 209ᵃ; als ich noch ein knabe war, fragte ich einen erwachsenen mann, zu welcher zeit seines alters einer könte mannbar geschätzet werden. pers. rosenth. 7, 12; mannbarer gesell, adolescens, juvenis majorennis. Stieler 1239; der prinz würde vermuthlich mannbar geworden sein, bevor man eines schlusses hätte einig werden können. Wieland 12, 166; alle Mitylenäer, die ihre manbare jahre erreicht, männer und weiber. Heilmann Thucyd. 349; mit der bedingung, mir bei mannbaren jahren das reich abzutreten. Klinger 1, 323; Adelaide wurde von ihrem bruder gleich getrennt und blieb so lange bei einer zigeunerin, bis sie anfieng in die mannbaren jahre zu treten. Schiller hist.-krit. ausg. 15¹, 165.
3)
reif in bezug auf die kriegerischen eigenschaften des mannes, wehrfähig, waffenfähig: im und sinen manbar leibserben verschreiben wir acht gulden zu rechtem manlehen. Oberlin, mhd. wb. 2, 1, 32ᵇ; da werket jedermann, alt und jung, mann und weib, der trug grundt, der stein, der holz, die aber zum streit mannbar und kün waren, den befahl man u. s. w. buch d. liebe 219ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1570, Z. 52.

mannbaren, verb.

mannbaren, verb.
mannbar werden oder sein: jung leut manbaren (bei den alten Germanen) etwas später dann ander völker. S. Frank German. chron. (1538) 4ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1571, Z. 12.

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Zitationshilfe
„mannbar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mannbar>, abgerufen am 30.11.2021.

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