Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

manngeld, n.

manngeld, n.
1)
geld, welches ein mann für seine dienste empfängt, sold: fragt man obs recht sei, dasz einer sold neme oder (wie sie es nennen) dienstgelt oder mangelt. Luther 3, 326ᵇ; so ihm e. k. f. g. einen sold oder manngeld gäbe. br. 3, 76; auch rente, die von einer herschaftlichen kasse bewilligt und gezahlt wird: kammerlehn, feudum de camera et cavena, beneficium, quod alicui ex aerario domini pro sustentatione, quamdiu vivit, assignatur, alias manngelt. Stieler 1126; das jährliche man- und gnadengeld, so wir ihme von zwei tausend gulden hauptsumma jährlichs zu geben verschrieben. Lennep lands. 2, 77 (von 1573); es seint dinstgelt, mangelt und erbzins uff dem hofe verschrieben, szo er (der beamte) die bezalt, sal er allezeith quitanzen nehmen und die eigentlich ansehen, das recht quitirt werde. Michelsen Mainzer hof s. 25; dasz wir, unser erben oder nachkommen, ihm nun hinfüro sein lebenlang 100 rh. gülden .. zu manngelt geben und auszrichten, schaffen sollen, dagegen soll er getrew, gehorsam und gewärtig sein, unsern frommen fördern, und unsern schaden nach seinen vermögen wenden, als ein mann seinem herrn zu thun schuldig und pflichtig ist. Haltaus 1306 (von 1483).
2)
poena homicidii pecuniaria. Frisch 1, 640ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1585, Z. 31.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
mannshoch
Zitationshilfe
„manngeld“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/manngeld>, abgerufen am 28.11.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)