Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mannigfaltigkeit, f.

mannigfaltigkeit, f.
1)
mannigfaltige art: multiplicitas manigfeldicheit Dief. 371ᵃ; multiplitudo manichvoldicheit ebenda; mannigfaltigkeit varietas Frisch 1, 638ᵇ; dasz diese farbe, dieser grund jene figuren so himmlisch mache, so höhe und hebe, jener wurf, jener wechsel dem ganzen lieblichkeit, anmuth, mannichfaltigkeit gewähre. Herder z. litt. 19, 53; der charakter der natur ist eben so wenig blosze mannigfaltigkeit als einförmigkeit. Schiller hist.-krit. ausg. 10, 203; so geht es mit jedem tage, immer etwas neues und tolleres, nur die mannichfaltigkeit von kleidern, die einem auf der strasze begegnet, die menge menschen in der einzigen strasze Toledo! Göthe 28, 65;
die mannigfaltigkeit zeugt anmuht, freud und lust.
Brockes 1, 569;
auf tausendfach verschlungnen wegen
der reichen mannigfaltigkeit
kommt dann umarmend euch entgegen
am thron der hohen einigkeit!
Schiller die künstler v. 471.
2)
im plur., mannigfaltige wesen oder dinge: rückwärts links (sah man) einen theil des Zürichsees mit seiner glänzend bewegten fläche und seiner unendlichen mannigfaltigkeit von abwechselnden berg- und thal-ufern, erhöhungen, dem auge unfaszlichen mannichfaltigkeiten. Göthe 48, 111; wo das ganze sich in familien, familien sich in geschlechter, in sippen, und diese wieder in andere mannigfaltigkeiten, bis zur individualität scheiden, sondern und umbilden. 58, 167.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1590, Z. 63.

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Zitationshilfe
„mannigfaltigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mannigfaltigkeit>, abgerufen am 29.11.2021.

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