Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mannschlachtig, mannschlächtig, adj.

mannschlachtig, mannschlächtig, adj.
des mordes schuldig, mörder, mhd. manslehtec: homicida manslechtig, manschlechtiger Dief. 279ᶜ; paricida manslechtig 413ᵇ; homicida manslechtiger nov. gloss. 205ᵇ; do sach er die hausfraw Urie Betsabee sich wäschen, von derselben gesicht ward er bewegt, das er beede eebrüchig und manschlachtig ward. Keisersberg pred. 64ᵇ; machten wider keiser Albrecht ein pundt und verschreibung, das sye keinem todtschläger wolten gehorsam sein. es zimmet auch die keiserliche wirde, keinem solchen manschlechtigen mann, der seinen eigen herrn ... umbrecht. S. Frank chron. (1531) 193ᵃ; so gehts auch in zechen, das sich oft das erz verdruckt oder gar abschneidt, wenn es ein bös aug ansihet, oder ein diebische oder manschlechtige hand nachschlegt oder angreift. Mathes. Sar. 34ᵇ; mancher wil traun kein erznei von einer manschlechtigen hand nemen. 35ᵃ; wenn solche thier (ochsen) gar zu wild sind und endlichen auch mannschlechtig werden und die männer anfangen zu stoszen, so lasse man sie bald schneiden. Coler hausb. (1640) 287. In der Oberpfalz aber heiszt mannschlachtig, von einer ganz andern bedeutung des adj. schlachtig ausgehend, und an den engeren sinn von mann angelehnt, mannsüchtig, in die männer verliebt. Schm. 1, 1603 Fromm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1603, Z. 66.

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mannshoch
Zitationshilfe
„mannschlächtig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mannschl%C3%A4chtig>, abgerufen am 09.12.2021.

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