Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mannestreue, mannstreue, f.

mannestreue, mannstreue, f.
1)
treue eines mannes:
(mein mann) sagt des tags vil von sachen,
wie er schnachts (des nachts) oft auf wol machen.
wenn wir denn zusammen kumen ins pett ..
so ligt er still und ist versigen,
so wer mir lieber, et het geschwigen,
und gehiesz mir ains und geb mir dreu;
das wer ain rehte manstreu.
fastn. sp. 771, 34;
wo er am fenster stand, ein bleicher mann,
ein ernstes bild der echten mannestreue!
Freiligrath dicht. 2, 144.
2)
mannstreue, mannestreu, mannstreu, name der krausdistel, eryngium: eryngium mannstrew Dief. 208ᵃ; mannstreüw, ein wolgeschmackt dornkraut, erynge, centumcapita, eryngion Maaler 283ᵈ; raddisteln oder mannstreu. Schnurr (1664) 200; David malet seine jüden abe in stachlichten disteln oder mannestrew. Mathes. Luther 95ᵃ; ein blaublühendes eryngium, im deutschen mannstreue genannt. Göthe 31, 219;
auch lieb und süsz ist die manstrew.
Weckherlin 821;
spielend mit der bedeutung 2 und 1:
mannstreu thu mir erzeigen,
mein holder werther mann!
manntreu gebührt dir eigen,
drum nimm dich meiner an!
mannstreu beweis in ehren,
die bistu schuldig mir!
Hoffmann gesellsch. lieder 19, 9 ('ein kränzlein ist gewunden').
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1583, Z. 62.

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mannsherz mattweisz
Zitationshilfe
„mannstreue“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mannstreue>, abgerufen am 30.11.2021.

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