Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

marge, märge

marge, märge,
weit verbreitete volksmäszige form des eigennamens Maria, auf der alten deutschen betonung Mária fuszend (vgl. auch goth. schon Marja für Maria), und mit g aus i durch j hindurch:
da stunden ihn die haar zu berg,
sie schryen, hilf du liebe Merg!
E. Alberus 51;
vgl. dazu häufige ortsnamen sankt Märgen, zu sankt Mergen, Mergentheim vallis Mariae virginis; als bezeichnung von Maria Magdalena, wo es schon an die sofort zu erwähnende verwendung anstreift:
o wee, der schwachen Mergen!
o wee, dem herzen wund!
Spee trutzn. (1654) 40;
ohn sinn, und ohn gedanken,
die Merg, ohn seel, und herz,
bald hin und her geht wanken,
geht schweben allerwerts.
44;
in Düringen in allgemeineren gebrauch, wie Grete, Käthe (th. 5, 276) übergegangen: es ist eine dumme Marge, dummes weib; steh auf, du faule Marge!; in Tölz ist Márgál ein scherzhaftes appellativ für mädchen aus dem Isarwinkel. Schm. 1, 1637 Fromm.; das schweiz. Máriggi, dim. Máriggĕli (Seiler 203ᵇ) ist eine ähnliche entartung von Maria.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1625, Z. 1.

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Zitationshilfe
„marge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/marge>, abgerufen am 04.12.2021.

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