Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

marklos, adj.

marklos, adj.
ohne mark; übertragen, ohne kraft (vgl. mark 3, g und markig): sind marklos meine gebeine? Fr. Müller 2, 159; wenn ich mich unruhig des nachts umherwälze und den tag über ohne wahren zweck marklos umherschleppe. Herder an Carol. Flachsland (briefwechsel 1, 134); willkommen, du markloses alter! Schiller räuber 2, 2; du pralst mit poetenhitze, der phantasie marklosem marionettenspiel (Fiesko zum maler). Fiesko 2, 17; diese dürre marklose hand. Kotzebue dram. sp. 1, 276;
lasz dich
die gruft verbergen. dein gebein ist marklos! (Macbeth zu Banquos geist).
Schiller Macb. 3, 8;
aus zwei besondern gründen,
die euch vielleicht sehr marklos dünken mögen,
allein für mich doch stark sind.
Shakesp. Hamlet 4, 4 (engl. unsinewed);
ich bin
verrückt selbst, solchen wischwasch anzuhören,
unnützes, marklos albernes gewäsch.
H. v. Kleist Amphitryon 2, 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1641, Z. 55.

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Zitationshilfe
„marklos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/marklos>, abgerufen am 30.11.2021.

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