Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

marktschreier, m.

marktschreier, m.
der auf märkten seine waaren oder seine künste preisend ausschreit, fahrender händler oder künstler: marktschreier, circumforaneus, agyrta, circulator. Steinbach 2, 504; wenn ich betrachte, wie mancher der dinten feil gehabt, oder einen markschreier agiret hat und den bauren zank und uneinigkeit verkauft, anjetzo .. so stolz und hochmühtig ist. Schuppius 422; dann in einem augenblick giengen, krochen, ritten und fuhren auf gutschen, kaleschen und kärchen aus allen winkeln her eine unzählbare schaar storger, markschreier, quacksalber, schlangenbanner, œl-, schmalz-, salben- und theriak - krämer. Simplic. (1684) 3, 276; marktschreier und avisensänger oft in ihren liedern solche possen vorbringen. Chr. Weise kl. leute 287; namentlich der auf märkten herumziehende quacksalber: marktschreier, medicus circumforaneus, quacksalber, der den leuten arznei auf den kirchweihen verkauft, und dieselben ausschreiet. Frisch 1, 645ᵇ; vgl. den marktschreier im jahrmarktsfest zu Plundersweilen Göthe 13, 9 fgg.; in freierem sinne von einem windigen prahler: wir sind insgemein rechte marktschreier, da haben wir nichts zu reden, als dasz wir unsere tugenden herausstreichen. Chr. Weise kl. leute 343; dasz alle vorzügliche menschen nur marktschreier waren und sind. Göthe 14, 182.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1655, Z. 33.

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Zitationshilfe
„marktschreier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/marktschreier>, abgerufen am 04.12.2021.

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