Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

markung, f.

markung, f.
1)
grenzbestimmung und bestimmte grenze eines grundstücks oder gebietes: wie vor zeiten ein werde (kleine insel), darauf die markung gegangen wer, mit pferden auszgeraumbt und gearbeit wer. Tucher baumeisterb. 310, 15; item welcher böszlicher und geverdlicher heimlicher weisz ein markung verruckt oder verendert, der sol darumb peinlich am leib ... gestraft werden. bambergische halsgerichtsordnung (1507) art. 139; ein feldstein, der die markung wies. Rosegger nov. 3, 58; in alemannischer form marchung: einen marchungs- und dienstbarkeitsvertrag, durch welchen die grenzlinie zwischen einer besitzung und der strasze festgesetzt, gewisse baubeschränkungen bezüglich dieser besitzung näher erörtert und die servitute der zu- und vonfahrt zur dampfschifflände auf einen theil der besitzung gelegt werden. schweizerische staatszeitung vom 11. febr. 1882; in weiterem und freierem sinne: markung, notatio, divisio, circumscriptio et definitio non solum limitum et districtuum, sed aliarum etiam rerum. markung machen, agere, defigere limites. Stieler 1271; jetzt wurden in der stube scharfe markungen, einhegungen und theilungtraktate gemacht, wiegen und alles wurde geschieden. J. Paul flegelj. 1, 41; übergreifend in die folgende bedeutung: noch hatte kein zwiespalt sie (die sinne und den geist) gereizt, mit einander feindselig abzutheilen, und ihre markung zu bestimmen. Schiller hist.-krit. ausg. 10, 287;
und da, wo sich ihm (dem gau) schlieszen die markungen, scheinet die erde
auch zu schlieszen zugleich ihren gesegneten schoosz.
Rückert ges. ged. 2, 277.
2)
das so bestimmte gebiet: die markung, pl. markungen, districtus aliquis certis limitibus et finibus discretus. Stieler 1271 mit feldmarkung, stadtmarkung; als ich einmal ufm weidwerk gewest, uf ein wiesenplätzlein kommen, und der markung, so mir in der verschreibung bestimmt gewesen, nit in acht genommen, bin ich gleich darob erschrocken, und dacht ich, ich were aus der markung, aber die verschreibung stund so weit mein mark zinnsz und gült reicht, da erfuhr ich alsbald bei meinen verwandten, dasz mir das wieszlein ein sommerhanen zu zinnsz gab, und wurd frohe und wol zu frieden, dasz ich nit aus der markung geschritten. Götz v. Berl. 225. 226; unglücklicher weise fiel auf den 4. mai ein starker hagel auf die markung und koppelhut-aue (der stadt Ziebingen). J. Paul Nepomuk-kirche 111. s. auch gemarkung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1657, Z. 1.

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Zitationshilfe
„markung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/markung>, abgerufen am 28.11.2021.

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