Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

massiv, adj.

massiv, adj.,
dicht, voll, gediegen, aus dem franz. massif im vorigen jahrhundert übernommen und bald eingebürgert; zunächst von metallischen gegenständen, massives gold; die leuchter sind von massivem silber; massive tressen, goldene und silberne tressen, worin keine seide eingewebt ist; von bauwerken, wenn sie ganz aus stein sind: ein massives haus; häuser aus fachwerk sollen wenigstens eine massive scheidemauer haben; im festungsbau: massive bollwerke, bastions pleins, à centre plein, sind mit erde bis an die kehle angefüllet. Eggers kriegslex. 1 (1757) 226; bei schreinern massives holz, nicht furniertes; eine tischplatte von massivem mahagony; übergehend in die bedeutung derb, plump: das fuhrwerk gilt zwar für eine postkibitke, ist aber blos ein offener, sehr massiver, backtrogähnlicher karren. Seume mein sommer s. 61; und, auf personen gewendet: in verblümtem verstande nennt man einen groben, ungeschliffenen burschen einen massiven kerl. Amaranthes frauenz.-lex. 2115.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1711, Z. 34.

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Zitationshilfe
„massiv“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/massiv>, abgerufen am 31.07.2021.

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