Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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matratze, f.

matratze, f.
ruhepolster, bettpolster; mhd. matraʒ, materaʒ, matreiʒ als masc. und neutr., zunächst aus dem franz. materas übernommen, aber weiter verbreitet in den romanischen sprachen: ital. materasso und materassa, provenz. almatrac, span. portug. almadraque, und auf das arabische matrah sitzkissen zurückgehend, vgl. Dozy Oosterlingen 63 fgg. das geschlecht hat sich, wol unter dem einflusse des italienischen, wo das wort auch früher masc., später vorwiegend fem. ist, nach der mhd. zeit zum fem. gewendet (mhd. nur ein beispiel für dasselbe, Parz. 638, 13 ein dicke matraʒ, beispiele für noch später vereinzelt vorkommendes masc. weiter unten aus Lazarillo de Tormes, das niederl. matras, mattras bewahrt neutrales geschlecht); die betonung ist mhd. die deutsche (mátraʒ), später die romanische (matrátze wie ital. materássa); die form vielfach schwankend, bis sich seit dem 18. jahrh. die heute gebräuchliche festsetzt. matrasch, fem., culcitra, polster, materas à coucher Schottel 1362; die matrasz, materasch, und matratze Stieler 1250; die madratze Steinbach 2, 10; die matratz Frisch 1, 648ᶜ; niederl. mattras Kilian; Esopus besach alles, das zu tragen was, seck, matratzen und die körb. Steinhöwel Äsop. leb. (1569) 4ᵃ; aber man soll den kranken in kein federbeth legen, sondern sonsten von madrotzen oder leinen gewand zubereit. Conradinus ungerisch sucht (1574) 126; auf disen stecken lage das betth, welches so gespärig und schlecht ware, dasz man den maderatzen, und den strosack, gar schwerlich von einander kennen kondte, zu deme war in dem maderatzen umb ein gutes weniger wollen, als es die notturft erforderte. Lazarillo de Tormes 1617 103 (1624 75); es war schon weit über mitternacht, als endlich strohsäcke und matratzen herbeigeschafft wurden. Göthe 18, 258; als wir ... fortzueilen im begriff standen, nöthigte uns der wackere mann noch zwei matratzen auf, damit wir im schiff wenigstens einige bequemlichkeit hätten. 30, 179;
(der einsiedler) bekreuzigt sich mit seinen beiden tatzen,
reiszt schnell die decke (des bettes) auf, und plumpet wie ein stein
in lauter flaum bis übers ohr hinein:
doch durch die federkraft der schwellenden matratzen
taucht er bald wieder auf, und steckt den kopf heraus.
Wieland 18, 93.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1753, Z. 47.

matratzen, verb.

matratzen, verb.
mit haaren oder wolle ausstopfen; auch ausmatratzen. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1754, Z. 10.

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Zitationshilfe
„matratzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/matratzen>, abgerufen am 30.11.2021.

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