Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

maulthier, n.

maulthier, n.
1)
mulus, der ins deutsche übergegangene lateinische ausdruck (s. das zweite maul sp. 1795) mit verdeutlichendem beisatze, wie maulesel, maulpferd: mulus ein maulthier, maulesel Dasyp.; er het ein maulthier im haus, dess er doch gar nit bedorft; war die gemain sag, er brauchte das zu unzimlichen sachen. Zimmer. chron. 3, 36, 19;
nun bringet dich ein maulthier nach Tarent.
Hagedorn 1, 76;
auf maulthieren ritten alle;
er allein auf einem rosz.
Herder z. litt. 5, 75 (Cid 5);
kennst du den berg und seinen wolkensteg?
das maulthier sucht im nebel seinen weg.
Göthe 1, 177;
meinst du, die lieszen sich bewegen,
auf meinem flug mir munter nachzuschwingen?
eh das von meinem maulthier würd ich hoffen.
H. v. Kleist Hermannsschlacht 4, 3.
2)
maulthier nennt man im gemeinen leben witzig auch einen welcher mault.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1809, Z. 75.

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Zitationshilfe
„maulthier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/maulthier>, abgerufen am 27.11.2021.

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