Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mauschel, m.

mauschel, m.
1)
spottname für einen juden, weitergebildet aus dem jüdischen namen Moses, in jüdisch-deutscher aussprache Mausche oder Môsche, wie denn diese und verwandte formen als allgemeiner rufname für juden begegnen: Mauschi geflückte finken 20; Moschi wiszbad. wisenbrünnl. 1, 208; das arme Judenmoschgen. 2, 92; wurde einer nach dem andern stille, und gähnten und schauten den langen Rhein hinunter, bis wieder einer anfing: Mausche, fing er an, weiszt du nichts, dasz uns die zeit vergeht? deine väter müssen doch auf allerlei gedacht haben in der langen wüste. jetzt, dachte der jude, ist es zeit, das schäflein zu scheeren. Hebel 2, 136; die form mauschel bezeichnet in verächtlicher weise den juden, namentlich den schacherjuden: der könig liesze einen juden berufen ... der mauschl thäte zwar sein bestes. Cochem auszerles. history-buch (1687) 1, 524; sie (die juden) seien mauscherl und suchen gelegenheit. Abele 2, 250; der erste mensch, so ihm darinnen begegnete, war eben ein solcher wie er ihn suchte, nemlich ein rothbärtigter mauschel. Hazards lebensgesch. (1706) 153; nach verlauf dieser tage kam der unverschämte mauschel. 233; kannst du lesen, wie ich ein wahrer jude bin, wie ich .. am sabbath mit langbärtigen mauscheln zusammenhocke und den talmud singe. H. Heine 2, 306; vergl. auch judenmauschel;
ein mauschel lief mir nach, und wiesz mir seinen kram,
disz war ein theures guth der allerfeinsten spitzen.
Günther 508.
2)
mauschel auf kupferhämmern ein hammer, der zur auftaufung kleiner kessel gebraucht wird. Jacobsson 2, 39ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1819, Z. 77.

mauscheln, verb.

mauscheln, verb.
wie ein schacherjude verfahren; im handeln: bair. täuscheln und mäuscheln, sich mit heimlichen und unerlaubten geschäftchen abgeben. Schm. 1, 1680 Fromm. (vergl. jedoch dazu muscheln);
sie mauscheln ja und wechseln ein,
nichts darf sich blecken lan.
Opel u. Cohn 424, 4;
in der aussprache: hier versammelt sich der edle handelsstand und schachert und mauschelt. was wir nämlich in Norddeutschland mauscheln nennen, ist nichts anders als die eigentliche Frankfurter landessprache, und sie wird von der unbeschnittenen population eben so vortrefflich gesprochen, wie von der beschnittenen. H. Heine 12, 31; ihre muttersprache, das Frankfurter mauscheln. 126; die schweinstallartigen löcher, .. worin sie wohnen, mauscheln, beten, schachern. 13, 142.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1820, Z. 30.

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Zitationshilfe
„mauscheln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mauscheln>, abgerufen am 29.11.2021.

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