Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mecksen, verb.

mecksen, verb.
den laut meck hören lassen:
1)
in Oberdeutschland von ziegen: mechitzen, megatzen, megetzen meckern, wienerisch Loritza 88; in Kärnten meckazen, meggazen Lexer 188; in Baiern mecketzen, gmeckezen Schm. 1, 1565 Fromm.; bei den Heanzen mecketzen Fromm. 6, 337; vergl. dazu mechtzen als die kitze, nebrinare. voc. theut. (1482) t 7ᵇ; meckatzen als die geisz, bebare, clamare sicut capre. voc. inc. theut. n 5ᵃ.
2)
von menschen: hennebergisch mecksen fein schreien; bair. aber heiszt meckezen, gmeckezen nach einem unversehens erlittenen stosz oder fall einen laut hören lassen (Schm. a. a. o.), und im Düringischen ächzen: meksen, gemere, ingemiscere, suspirare, suspiria trahere, it. anhelare, spiritum graviter ducere, ut illi faciunt, qui onera portant aut per praerupta acclives scandunt. Stieler 1260; mäksen, ächsen, stöhnen. wenn jemand in den letzten zügen liegt, und stöhnt noch, so mäkst er, dann wenn jemanden die arbeit schwer wird, und dabei keucht. J. H. Keller beyträge zu einem idiotikon des Thüringer waldgebirges (1818) s. 33; der kranke mekset über die maszen, aegrotus animam aegerrime adducit, maximos gemitus facit. Stieler; er mekset nicht mehr, gemitus conticescit. ebenda; man sieht deutlich, wie Simson wegen der schweren last, die er trägt, gleichsam meckset, wie man zu reden pflegt. Schwabe histor. nachricht von den monimenten und reliquien Luthers s. 88.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1837, Z. 54.

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Zitationshilfe
„mecksen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mecksen>, abgerufen am 29.11.2021.

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