Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

medeie, f.

medeie, f.
kleinod aus einer platte mit figuren bestehend, am hut oder als gehenk an der halskette zu tragen: zu einem federhalter, medeibild und hutzeichen, auch zu einem schawpfenning und göttelgelt, hett er eine ganz guldene platten, wie die zu Lunenburg von 68 marken, ein schöne medei: darauf von angebrenten farben (von email) ein figur gebosziret. Garg. 119ᵃ; sammete paret mit medeien und feinen strauszfederlein geschmückt. Mathes. Sar. 50ᵃ; schneidet man doch ausz corfen oder indianischen schneckenheusern medeien, die man zu groszen ehren trägt. 58ᵇ; andere belege bei Schm. 1, 1570 Fromm. Schmid 380. medeie, ein modewort des 16. jahrh., ist entlehnt aus ital. medaglia, und bezieht sich zunächst auf die kunstwerke, die von den italienischen meistern des medaillenfachs im 15. und 16. jahrhundert gefertigt und auf dem gewöhnlichen handelswege als bewunderte und begehrte kleinode auch nach Deutschland kamen. das bündnerische madajeli, medajeli halsgehänge (Stalder 2, 190) scheint noch nachklang davon. ahd. medili, mhd. medele kleine münze, heller aus dem mittellat. medalia ist wol dasselbe wort, aber in anderer und früherer entlehnung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1838, Z. 1.

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Zitationshilfe
„medeie“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/medeie>, abgerufen am 29.11.2021.

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