Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerpferd, n.

meerpferd, n.
1)
hippopotamus, seepferd: hippopotamus merphert Dief. 278ᵃ;
ein meerpferd, das seit langer zeit
entfernt von aller eitelkeit
in seiner höhle ruhig lebte.
Lichtwer fabeln 3, 3;
als mythologisches thier (vgl. seepferd):
die reitenden helden vom festen land
haben jetzt gar viel zu bedeuten;
doch stünd es ganz in meiner hand,
ein meerpferd möcht ich reiten.
Göthe 56, 111;
bildlich: auf einmal löste sich drüben auf dem rechten ufer, zwischen büschen und bäumen, eine seltsame maschine los; ein vierecktes groszes von balken gezimmertes local schwamm daher .. hunderte von Franzosen rannten am ufer aufwärts und verführten ein gewaltiges jubelgeschrei, als dieses trojanische meerpferd .. unaufhaltsam dahinfuhr. Göthe 30, 298.
2)
meerpferd, das walross:
wir sahn bei hellem himmel
ein fröhliches getümmel
der scherzenden delphinen,
und meerpferd unter ihnen,
und kamen, eh wirs uns versahn,
in einem hafen glücklich an.
Gleim 3, 117.
3)
name der fische pegasus, und syngnathus hippocampus.
4)
name des groszen sturmvogels, procellaria glacialis.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1855, Z. 39.

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Zitationshilfe
„meerpferd“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerpferd>, abgerufen am 29.11.2021.

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