Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerrauber, meerräuber, m.

meerrauber, meerräuber, m.
seeräuber: pirata meerrouber Dief. 437ᵃ; merrauber, pirata, vulgariter schipfrauber. voc. inc. theut. n 6ᵇ; die carmeliten hetten disz jar ein capittel zu Neaplosz, als nuͦn bei 50 münch auf dem meer vom capittel in Siciliam wolten schiffen, kamen meerrauber an sie, und fürten sie all gefangen hinweg. S. Frank Germ. chron. (1538) 293ᵃ;
die von meerraubern gfangen war.
H. Sachs 5, 213ᵃ;
o schöns lieb, es sindt böse mehr
her von den meerraubern gekummen,
die haben all mein wahr genummen.
dessen fastn. sp. 2, 125, 282;
Torellus zog zum heiling grab,
den theten die meerrauber fangen,
brachten jhn dem soldan nach langen.
J. Ayrer 355ᵃ (1780, 5 Keller);
meerröuber, pirata, praedo Maaler 286ᵇ; wie ein meerreuber oder straszenreuber. Luther 4, 434ᵃ; Diomedes war zu der zeit Alexandri magni ein kleiner dieb und meerräuber. Agr. spr. 15ᵇ; von diesen meerräubern waren etliche, die stunden auf einem berg jhrer nahrung nach, zu besehen, was auf dem meer were. buch d. liebe 179ᶜ; die meerräuber führeten auf eine zeit einem bauren sein weib hinweg. Hammer histor. rosengarten 107; der jenige meerräuber, welcher mit einem einzigen schifflein raubete. Schuppius 749; den eure barmherzigkeit und hohe gnade aus der gefangenschaft der meerräuber loskaufte. Tieck 1, 86;
Pompeius hatt grosz ruͦm und ere,
das er gereiniget hett das mere,
und die merröuber vertriben all.
Brant narrensch. 109, 31.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1856, Z. 20.

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Zitationshilfe
„meerräuber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerr%C3%A4uber>, abgerufen am 02.12.2021.

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