Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerschaum, m.

meerschaum, m.
1)
schaum des meeres:
da folgt er, als rissen
stürme dahin, als wirbelten ihn orkane, wie meerschaum.
Klopstock 6, 32 (Mess. 16, 451).
2)
adarca, salziger schaum, der sich an schilf und ähnliche pflanzen anhängt, und allmählich zur kruste wird; auch salzschaum, salzstein. Nemnich 1, 71.
3)
alcyonium, eine art kuglichter thierpflanzen, die man als verdickten und mit allerlei unart vermischten meerschaum ansah. Nemnich 1, 164; alcyonium vel halcioneum, .. teutsch meerschaum, ist eine gattung eines schwammichten gewächses, welches sich im meer oder an desselben strande findet; oder vielmehr ist es ein seeschaum, der durch die sonnenhitze hart gemacht worden. Hübners handlungslex. (1722) 55, als heilkräftig gegen allerlei; meerschaum, lanugo maris, halosachne Steinbach 2, 393. vergl. meernest.
4)
lithomarga, ein dem speckstein verwandtes mineral, auch türkische erde, erst im vorigen jahrhundert vorzüglich aus Natolien, Thracien und der Krim über Wien eingeführt und zu pfeifenköpfen verwendet: fachen damit das feuer in allen guten köpfen aus meerschaum an. J. Paul Qu. Fixl. 4, 10.
5)
meerschaum, ein lichter ocker der mit sand vermischt ist. Jacobsson 3, 41.
6)
meerschaum, weiszes fischbein, os sepiae, die breite beinerne schuppe im rücken des dintenfisches. Nemnich 4, 1283.
7)
meerschaum holothuria, ein nackter seewurm, seeblase.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1857, Z. 50.

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Zitationshilfe
„meerschaum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerschaum>, abgerufen am 09.12.2021.

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