Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerschiff, n.

meerschiff, n.
seeschiff: merschiff, galea. voc. inc. theut. n 6ᵇ; meerschiff, navis audax, marina, oceano destinata. Stieler 1791; das meerschiff des königs, das auf dem meer mit dem schiff Hiram fuhr, kam in dreien jaren ein mal, und bracht gold, silber, elfenbein, affen und pfawen. 1 kön. 10, 22; die meerschiff sind die furnemesten auf deinen merkten gewest, also bistu seer reich und prächtig worden mitten im meer. Hes. 27, 25;
so weit, als etwa den tag ein geräumiges meerschiff
segelte, wann mit geräusch fahrwind anwehte von hinten.
Odyss. 4, 356;
stellten dann mast und segel hinein in das dunkele meerschiff.
11, 3;
dann treibt zur ferne mich ein bittrer zwang.
ins schwarze meerschiff trag ich helm und waffen,
genossen werb ich zu verwegner fahrt,
und suche kampf und beute fern von Rom.
Freytag dram. werke 2, 200;
in bildern:
mein fürst! mit leichtem muthe knüpft der arme fischer
den kleinen nachen an im sichern port,
sieht er im sturm das grosze meerschiff stranden.
Schiller Wallenst. tod 5, 4;
ihr träumtet schon in eures herzens eitlem wahn,
den freigebornen Franken in der knechtschaft schmach
zu stürzen und diesz grosze land gleichwie ein boot
an euer stolzes meerschiff zu befestigen!
jungfr. v. Orl. 2, 7.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1858, Z. 22.

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Zitationshilfe
„meerschiff“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerschiff>, abgerufen am 08.12.2021.

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