Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerschwein, n.

meerschwein, n.
1)
delphinus delphis und phocaena. Nemnich 2, 1389. 1391: delphin merswin. voc. opt. 40, 27; merschwein, mersau, dilphin. voc. inc. theut. n 6ᵇ; wan die merswin in dem mere sich geilen und uber die schiff uff springen, so wissen die schifflute wol, daʒ zuhant dar nach ein grosz ungewitter kommet. altd. bl. 1, 60;
das meerschwein jagt ein kleinen sälen,
das leben dacht er jm zu stelen.
der säl gar embsig vor jm floch;
dem eilt das meerschwein heftig nach.
B. Waldis Esop 3, 35, 1;
da kommen dan entbor meerhund und schwein.
Weckherlin 248.
2)
meerschwein, das aus Brasilien gekommene säugethier cavia cobaya. Nemnich 2, 923; wegen seiner kleinheit gewöhnlich im diminutiv meerschweinlein, meerschweinchen: meerschweinlein, cuniculus brasilianus, porcellus transmarinus Frisch 1, 654ᵃ; wo man die meerschweingen, caninichen, eichhörngen, und ander solch gezichte in stuben und cammern hegt, davon ein gestank entstehet, als wäre man in die tiefste schundgrube gefallen. Chr. Weise erzn. 167 Braune. mit ungenauer bezeichnung, insofern der lateinische name des stachelschweins auf das thier bezogen wird: meerschwein, histrix Maaler 286ᵈ; histrix, meerschwein, stachelschwein Kirsch cornuc.; meerschweinlein histrix, porcellus indicus Stieler 1967. das grosze meerschwein ist cavia capybara Nemnich a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1859, Z. 40.

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Zitationshilfe
„meerschwein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerschwein>, abgerufen am 01.12.2021.

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