Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerstern, m.

meerstern, m.
1)
leitstern der schiffer auf dem meere, polarstern: merstern, maris stella. voc. inc. theut. n 6ᵇ; wenn nu diu nâdelspitz irn füerær hât verlorn, sô kêrt si sich geleichs gegen dem merstern und stêt zehant und wegt sich niht mêr, und dar nâch richtent sich dann die schefläut, wan der stern stêt an dem himel ze norden. Megenberg 433, 35;
und sprach: wolan, ich hab gesehen,
wo di gansz mög am besten stehen
am firmament. nämlich allein
zwischen den beiden cirkeln fein
deren der ein umb den meerstern
hergehet bei den zwegen bern.
ganszkönig F 5ᵇ;
weil alle schiffleut in gemein
(die auf dem meer handlen) gar gern
gut acht haben auf den meerstern.
ebenda;
im mittelalter bildlich auf die jungfrau Maria gewendet, vergl. mhd. wb. 2, 2, 621ᵃ.
2)
meerstern, asterias, ein sternförmiges weichthier: meerstern, von der gestalt eines sternens mit fünf zinken, stella Maaler 286ᵇ; meerstern, eine art fünfzäckiger fische, wie ein stern, stella marina Frisch 1, 654ᵇ; die gelben, spitzigen meersterne und die tausendfarbigen gläsernen quabben regen und recken sich. H. Heine 1, 217.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1860, Z. 20.

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Zitationshilfe
„meerstern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerstern>, abgerufen am 28.11.2021.

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