Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meerzwiebel, f.

meerzwiebel, f.
1)
scilla maritima, am strand südlicher meere wachsendes zwiebelgewächs: squilla merczwybel, meer- ł. meuszzwiblen Dief. 549ᶜ; meerzwiblen, meüszzwiblen, in der apotecken scylla genannt, squilla Maaler 286ᶜ; ains krautes pleter, ... daʒ 2haiʒt ze latein squilla und haiʒt merzwifal. Megenberg 225, 9; mörzwybel oder meüszzwybel. Bock kräuterbuch 343ᵃ; in den zeiten der alten beherrscher des Nils, zu Memfis oder Pelusium geboren, würden wir, gern oder ungern, katzen, krokodille und meerzwiebeln angebetet haben so gut als jene. Wieland 6, 254; dasz die meerzwiebel ein vortreffliches mittel sei verdickte säfte zu zertheilen: aber dasz schlechterdings kein grund vorhanden sei, warum wir irgend einem stier oder einem ibis oder einer meerzwiebel göttliche ehre erweisen sollten. 15, 45. dazu meerzwiebelessig, meerzwiebelhonig (öcon. lex. 1576. 1577), meerzwiebelsaft, meerzwiblenwein vinum scilliten Maaler 286ᶜ.
2)
meerzwiebel, seethier: squilla (piscis) merzwiffel Dief. 550ᵃ; wol nur, weil lat. squilla neben der ersten auch diese bedeutung hat: squilla eine gattung fische, hoger- oder meerkrebs. Kirsch cornuc.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1863, Z. 63.

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Zitationshilfe
„meerzwiebel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meerzwiebel>, abgerufen am 08.12.2021.

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