Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mähne, f.

mähne, f.
gespann: mäne, vehes, vectura Stieler 1208; schwäb. mähne, möne, gespann von zwei, vier, sechs pferden, zum baue eines bauerngutes, im gröszeren theile Schwabens. Schmid 372; ein seszhafter, der mit einer ganzen mähne baue. Jäger Ulm 612; welcher seszhaftiger der zweier dörfer ein ganz mähne fürt (ein gespann von sechsen), der soll u. gn. h. jährlich ein malder korn und ein malder habern geben. fürt er aber ein halb mehne oder kein, soll er ein virnzel korn geben und ein virnzel habern. weisth. 5, 711 (Mittelrhein); südböhm. die mene, meni, neben der und das menad, mened, mend zug, gespann, fuhre Fromm. 6, 272; bair. das mähn, gmähn (neben mened, menet, menat) fuhre, zugvieh auf éin fuhrwerk, zugvieh überhaupt Schm.; alem. menni, mehni, fuhre, gespann ochsen, pferde Stalder 2, 207. mähne auch der damit zu leistende frohndienst, mhd. mene (Lexer 1, 2098): item uff denselben tag so sol man wägen heiszen machen zu mänend der ir bedarf, und sond ye zwei lehen ein mäny tun von Bettburg oder von Malterdingen. der aber der mäny nit bedörft, so sol man viij β D dafür nämen. weisth. 1, 356 (Schwarzwald, 15. jahrh.); alle mit der mähn frohnbare unterthanen. anspach. verordnungen von 1696 und 1719 bei Schm. 1, 1615 Fromm. vgl. unten mähnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1461, Z. 33.

mähne, f.

mähne, f.
juba. ahd. mana und mani, mhd. mane, man; mittelniederl. mane, neunl. maan; altnord. mön, ein femininum, welches sowol mit sanskr. maṇi, ags. mene halsschmuck, kleinod um den hals, als mit sanskr. manyâ nacken in beziehung gesetzt wird (Fick² 147. 830), und dem ein selteneres masc. zur seite steht, nicht nur im fries.: hvasâ ôthers monnes hanxt bischerth then mona. Richthofen 243ᵃ § 40; sondern auch hochdeutsch der mane Lexer mhd. handwb. 1, 2023; wann die haar aus dem möhn und schweif ganz ausfallen. Pinter pferdschatz 405; liechtfüchse sind zweierlei (art): die eine mit weiszen mähn, schopf und schwanz. Böckler kriegsschule 956; die alte, dem mhd. entsprechende form mahn ragt in das nhd. hinein: juba die maen, die man, mane, manen Dief. 311ᵃ;
als wie ein junger löw, im fall der seine knochen
im maule, seine mahn auf beiden schultern merkt.
Opitz 1, 14;
der plural lautete mhd. die mene, gebraucht von den haaren, die zusammen éine mähne bilden: der kopf (des pferdes) ist hinden erhöcht und die mene daran sind dick, und der swanz ist dick. Mynsinger von falken 59; und dieser plural scheint noch im 16. jahrh. gefühlt zu werden: juba, mene an einem pferd Dief. 311ᵃ; juba, das halshaar an den thieren, als löwen, pferd, und der gleichen, die möne Dasyp.; die mäne an eim pferd, das sind die langen haar am halsz, juba Maaler 281ᵇ, wie er sich ja vereinzelt selbst noch bei Schiller zeigt:
und hinein mit bedächtigem schritt
ein löwe tritt,
und sieht sich stumm
rings um
mit langem gähnen,
und schüttelt die mähnen.
handschuh;
doch hat sich schon im 16. jahrh. aus jener pluralform die singulare herausgebildet: beschrottne mäne, die nit überig lang ist, libertas jubarum castigata. Maaler ebenda; im 17. jahrh. daneben noch mähn: mähn, juba, das lange halshaar der pferde. Schottel 1360. mähne an pferden: die mähn solle auf der rechten, und nicht auf der linken seiten abhängen. Böckler kriegsschule 966; zur schönheit eines pferdes werden erfordert .. dicke und lange mähne und schweif. öcon. lex. 1869;
ihrer drommeten hall, der feuerrosse
hochauflodernde mähnen.
Stolberg 1, 269;
wie sie (die reiterin), bis auf die mähn herabgebeugt,
hinweg die luft trinkt lechzend, die sie hemmt!
H. v. Kleist Penthesilea, 3. auftr.;
des wilden rosses mähne fleugt.
Uhland ged. 387;
auch musz ja alles heut für streitrosz gelten,
was irgend mähne zeigen kann und huf.
436;
sieh da! die lang gestreckten renner schnauben,
ihr beugt euch spornend vor, ohn unterlasz
wehn euch die mähnen in das antlitz!
Freiligrath dicht. 1, 185;
und sieh, vorüber fliegts mit mähnen und mit schweifen!
der ganze reitertrupp ein einzger lichter streifen!
2, 123;
des löwen (vgl. löwenmähne):
wie schreitet königlich der leu,
schüttelt die mähn in die lüfte!
Uhland ged. 386;
in die muskeln des genickes schlägt er (der löwe) gierig seine zähne;
um den bug des riesenpferdes weht des reiters gelbe mähne.
Freiligrath dicht. 1, 151 (löwenritt);
anderer thiere, vgl. mähnenstier; bei vögeln: juba, die mähne; sie besteht aus den hals- und rückenfedern, welche länger als die übrigen federn des rumpfes sind; sie ist vorzüglich grosz bei verschiedenen reihern und hühnern. Nemnich 3, 258; im scherze wird auch das lang herabwallende haupt- oder barthaar des menschen eine mähne genannt, wangenmähne (backenbart). J. Paul doppelheerschau 177; mähne, der aus rosshaaren bestehende helmbusch:
bange zugleich vor dem erz und der flatternden mähne des busches (λόφον ἱππιοχαίτην),
welchen es fürchterlich sah vom oberen helme herabwehn.
Ilias 6, 469.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1461, Z. 55.

mehnen, verb.

mehnen, verb.
führen, s. mähnen sp. 1464.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1870, Z. 69.

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Zitationshilfe
„mehnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mehnen>, abgerufen am 29.11.2021.

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