Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mehrde, f.

mehrde, f.
für mährte gemeng, kaltschale sp. 1468: weiter hat derselbige hochgelerte man zu etlichen gesagt, wie man den leien (das abendmahl) beider gestalt solt geben, man müste eine mehrde draus machen. so sol Christus seine lesterer ubergeben, das sie sich selbs mit jrer eigen zungen schenden, und nennen selbs das heilige sacrament eine mehrde. Luther 6, 15ᵃ; sie brechen die hostien, und werfen die weichen in den kelch, und machen eine rechte suppen und mehrde draus. ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1889, Z. 22.

mehren, verb.

mehren, verb.
mehr machen, ahd. mêrôn, mhd. mêren.
1)
transitives mehren, nach der eigentlichen bedeutung von mehr 2, sp. 1871, gröszer machen, in bezug auf umfang, ausdehnung, stärke, wert: ahd. non exaggerat ni mêrôt Steinmeyer-Sievers 2, 176, 56 (vorher exaggerans hûffunter 168, 19); mhd. nhd. daʒ puoch .. daʒ hân ich mêr dan daʒ drittail gemêrt. Megenberg 485, 34; du solt nüt zuͦ hochfertekliche reden, wan es kumet derzuͦ das der grosze geminret wurt und der minre gemert wurt. d. städtechron. 8, 303, 20; Justinianus der ander .. was ein wiser man und merte das rich vaste. 395, 14; wo du mich segnen wirst und meine grenze mehren. 1 chron. 4, 10 (καὶ πληθύνης τὰ ὅριά μου septuag.); meeren, grosz machen, augere et amplificare Maaler 285ᵈ; der haufen meeret sich oder nimpt zuͦ, accedit cumulus ad eam libertatem. 286ᵃ;
du aber mehrest deinen haufen
mit schinden, schaben und fürkaufen.
H. Sachs fastn. sp. 1, 28, 229
(vergl. dazu aber gut mehren unten 3, b); noch bair. mêren, augere, zunehmen machen Schm. 1, 1639 Fromm.; mnd. meren, mereren, merdern gröszer machen Schiller-Lübben 3, 74ᵃ. vgl. dazu mehrer.
2)
die ältere sprache hat aus dieser bedeutung sich auch die des zeitlichen ausdehnens entwickeln lassen, was später wieder untergieng; mehren heiszt anhaltend oder häufig eine handlung thun, etwas treiben, üben:
minne, wunder kan dîn güete liebe machen,
und dîn twingen swenden fröiden vil.
dû lêrest liebe ûʒ spilnden ougen lachen,
swâ dû mêren wilt dîn wunderspil.
Walther 109, 20;
almûsen, venjen unde gebet
mêrten si dô beide.
Haupts zeitschr. 7, 127, 617;
man buwt ein capellen an die stat,
und da der herzog erschlagen ward,
mit drien messen zuͦ meren.
Liliencron volksl. 3, 106, 17;
wer nu den tanz wil meren,
die kömen (mögen kommen) gezogen here.
fastn. sp. 446, 11;
in den sinn des beschleunigens übergehend:
sîn reise begunde er mêren,
wand im was zuo dem tiere gâch.
Wigal. 117, 24.
3)
gewöhnlicher eine zahl gröszer machen, erhöhen.
a)
in bezug auf die menschen, durch natürliche fortpflanzung:
eine chonen er im genam,
ze mêren daʒ geslehte.
anegenge 21, 7;
ich wil ewrn samen mehren, wie die stern am himel. 2 Mos. 32, 13; und er den armen schützete fur elende, und sein geschlecht wie eine herd mehrete. ps. 107, 41; ich wil sie mehren und nicht mindern, ich wil sie herrlich machen, und nicht kleinern. Jer. 30, 19; denn auch vor alters, da die hochmütigen risen umbbracht wurden, flohen die, an welcher hoffnung bleib die welt zu mehren, in ein schiff, und lieszen also der welt samen hinder sich. weish. Sal. 14, 6; ich wil sie wider bringen in das land, das ich jren vetern Abraham, Isaac und Jacob geschworen habe, und sie sollen drin herrschen, und ich wil sie mehren und nicht mindern. Baruch 2, 34; auf das jr lebet und gemehret werdet, und einkomet und einnemet das land, das der herr ewern vetern geschworen hat. 5 Mos. 8, 1;
solt, wie er duͦt, duͦn yederman
in der carthusz die kutten an,
wer wolt die welt dann fürbas meren?
Brant narrensch. 105, 45;
het ich genumen ainen man, ..
gott und mich selbst het ich geert,
und auch darzuͦ die welt gemert.
Schwarzenberg 140ᵇ;
ferner durch auswahl, bestimmung, zuzug u. s. w.:
obeʒ iu niht versmâhet,   sô rîte ich mit iu dare (zum feste):
ich füere zwei hunt degne,   dâ mite mêr ich iwer schare.
Nib. 704, 4;
und es ward Abimelech gesagt, mehre dein heer, und zeug aus. richt. 9, 29; das sein name geheiliget, und sein reich (die zahl seiner bekenner) gemehret werde. Luther 3, 30ᵇ; es ist von den weisen ein alt sprichwort, das glückliche ding freund mehren, und widerwertige ding thun sie am besten beweren und versuchen. Livius von Schöfferlin 122ᵃ;
wer mehrt der heuchler schwarm? die tummen pietisten.
Günther 545;
die furchtbare menge
hatten neue schaaren gemehrt, die zur feier des festes
kamen.
Klopstock 4, 83 (Mess. 7, 623);
schon naht, von Priams blut und seines sohnes roth,
Neoptolem, bereit, der opfer zahl zu mehren.
Schiller zerstörung von Troja 112;
oder auch nur, in weniger selbstthätigem sinne, durch eigenes verhalten:
mehrt er die zahl der weisen (ist er weise)?
Günther 990;
einen mehren, in bezug auf nachkommenschaft: ich .. wil dich fast seer mehren (gott zu Abraham). 1 Mos. 17, 2; in bezug auf güter, ihn bereichern: was ist, das so viele italianische familien zu dem höchsten adel erhebt? was ist, welches andere schier mit unendlichem reichtumb gemehret? Schuppius 719;
er stand auf einem hohen platz, er konnte
ein vater seiner völker sein; doch ihm
gefiel es, nur zu sorgen für die seinen.
die er gemehrt hat, mögen um ihn weinen!
Schiller Tell 5, 1.
b)
in bezug auf dinge: sein geld, sein vermögen mehren; sein gut mehren, wobei auch an die bedeutung 1 zu denken ist: wer sein gut mehret mit wucher und ubersatz. spr. Sal. 28, 8; und wil dem korn rufen und wil es mehren. Hes. 36, 29; ich wil die früchte auf den bewmen, und das gewechs auf dem felde mehren. 30; ich wölt es (das gut) noch lieber mehren, denn mindern. Kirchhof wendunm. 127ᵇ; seine nahrung hat sich in kurzen fein gemehret, res ejus familiaris brevi adolevit. Stieler 2372; die cassen zu mehren. Schuppius 705;
so mehrt er stamm und gut, ist achtsam und verschwiegen.
Hagedorn 1, 121;
mag man andrer renten mehren,
schränke selbst die meinen ein:
meinen schlaf soll das nicht stören.
Gökingk 1, 65;
und mehrt den gewinn
mit ordnendem sinn,
und füllet mit schätzen die duftenden laden.
Schiller glocke v. 125;
bildlich:
wo reger eifer weit und breit,
vom sehrohr an, bis tief zur nadel,
den schatz der wissenschaften mehrt.
Gotter 1, 445;
von wassertropfen: du sollst den schleichenden bach mit deinen thränen mehren. Wieland 1, 289;
ob eine meiner thränen je
die kleinen wellen (des baches) mehrte?
Bürger 6ᵇ;
und sonst:
herr! hilf ihr auch bei uns und mehre deine tittel;
ein könig und ein held hat viel erlösungsmittel.
Günther 717;
befördrer vieler lustbarkeiten,
du angenehmer Alsterflusz!
du mehrest Hamburgs seltenheiten
und ihren fröhlichen genusz.
Hagedorn 3, 115.
vergl. vermehren.
4)
nach mehr 9 sp. 1873 in bezug auf grad oder stärke einer stimmung, eines gefühles oder inneren besitzes; die bedeutung berührt sich öfter mit der nr. 3: verhoff ich .. glück und ehre .. nicht zu mindern, sondern zu mehren. Galmy 124; diser wind meret die sinnlicheit. Frank weltb. 3ᵃ; wer kan seine grosze barmherzigkeit erzelen? man kan sie weder wehren noch mehren. Sir. 18, 5; ein fröud meeren, cumulare gaudium. Maaler 285ᵈ;
edl und unedel thut nach mir (dem fürwitz) dürsten.
ich machs berhümbt in groszen ehren;
thu jn jr freud und wollust mehren.
H. Sachs fastn. sp. 1, 100, 68;
und pist deim freunt kostreich und milt,
so dw ie freuntschaft meren wilt.
2, 14, 80;
jeder augenblick
mehret da mein glück.
Mildheim. liederb. nr. 219, 1;
kan mein dulden ihre ruhe mehren.
Gökingk 3, 211;
zwar weist du endlich, wo ich bin.
doch heiszt das nicht die neugier mehren?
was liegt am ort?
1, 73;
denn über alles glück geht doch der freund,
ders füblend erst erschafft, ders theilend mehrt.
Schiller Wallensteins tod 5, 3;
dichter lud ich auch herbei,
unsre lust zu mehren.
Göthe 1, 153;
einem die forcht meeren, opinionem timoris augere. Maaler 285ᵈ; sorg und angst meeren, curas accumulare. 286ᵃ; den zorn meeren, oder am zorn zuͦnemmen, aggerere iras. ebd.; man mehret nur den schmerzen, wenn man dran gedenket, majores facimus dolores commemorando. Stieler 2372; alte leute mehren ihre schwachheit mit vielen sorgen, senectus per se gravis curam duplicat. ebenda;
si sprach zuo Rüedegêre:   wie habe wir verdienet daʒ
daʒ ir mir unt dem künige   mêret unser leit?
Nib. 2085, 1;
weh mir! meinen gram zu mehren,
muszt Hermione gebähren,
und dahin auf ewig meine ruh!
Schiller hist.-krit. ausg. 1, 314;
strafe, lohn mehren:
den päsen (bösen) wendt er (der tod) jren mut,
das sich jr straf nit meren thuͦt.
Schwarzenberg 151ᵈ;
den (frommen) würt gemert di ewig cron.
134ᵃ;
vgl. mhd.: des truogens ouch die krône
rîterlîcher êren,
die ietweder wolde mêren
mit dem andern an dem tage.
Iwein 6954;
den segen mehren:
da er auch seinen segen gibt
und mehret alle stunden.
P. Gerhard 11, 25;
glauben, wissen, gutes u. s. w. mehren:
mehre meinen kleinen glauben,
und wehr allem, das da will
dieses schatzes mich berauben.
P. Gerhard 323, 65;
mehre, herr, ach! mehr in mir
meinen glauben für und für.
Schuppius (1701) 206;
kein tag verstrich, der nicht mein kleines wissen mehrte,
mit dem der junge geist sich stopfte mehr als nährte.
Lessing 1, 192;
gegenwart des herrn
mehrt jedes gute, steuert möglichem verlust.
Göthe 40, 413;
du nur, genius, mehrst in der natur die natur.
Schiller votivtafeln.
5)
mehren mit unterdrücktem object: friede mehrt, unfriede zehrt. sprichwort;
ans erhalten denkt er zwar,
mehr noch, wie er mehre.
Göthe 1, 135;
denn nur wenige samen vertraut er der nährenden erde,
wenige thiere nur versteht er, mehrend, zu ziehen.
40, 278;
denn welcher lehrer spricht
die wahrheit uns direct ins angesicht?
ein jeder weisz zu mehren wie zu mindern,
bald ernst, bald heiter klug, zu frommen kindern.
41, 100.
6)
mehren reflexiv, nach transitivem mehren 1, sich räumlich ausdehnen, wachsen: den mäusen wechset die leber in vollem mônn, reht sam etleich mertier sich mêrent und abnement nâch dem mônn. Megenberg 153, 12; von wort und sage, sich ausbreiten: das wort gottes aber wuchs und mehret sich. ap. gesch. 12, 24;
es mehrt sich das gerücht:
das schiff, das diese beiden hergebracht,
sei irgend noch in einer bucht versteckt.
Göthe 9, 80;
im sinne des transitiven mehren 3: da sich aber die menschen begunden zu mehren auf erden. 1 Mos. 6, 1; darumb thet gott den wehmüttern guts, und das volk mehret sich, und ward seer viel. 2 Mos. 1, 20; und ich wil mich zu euch wenden, und wil euch wachsen und mehren lassen. 3 Mos. 26, 9; sich mehren, auch von dem kinder zeugenden einzelnen (wie einen mehren oben sp. 1890): sei fruchtbar und mehre dich, völker und völkerhaufen sollen von dir komen. 1 Mos. 35, 11;
aldus so meirt sich dit geslaichte,
nu is ir eilf, e was ir eichte.
d. städtechr. 12, 72, 1753;
durch zuzug u. s. w.: do begundent die cristen von tage zuͦ tage zuͦnemen und ufgon und sich meren. d. städtechron. 9, 728, 8; ich sahe, wie sich die zahl der narren alle augenblick mehrte. Philander 1 (1642), 124;
swer daʒ mære bevant
der reit dar, oder er gienc,
wand er die liute wol enphienc.
des mêrten sich sîne geste.
Amis 321;
wir werden unsz bald sterker meren.
Murner luth. narr 1707;
von thieren, besitz, einkommen: und gott segenet sie (fische und vögel), und sprach, seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet das wasser im meer, und das gevogel mehre sich auf erden. 1 Mos. 1, 22; das .. deine rinder und schafe, und silber und gold, und alles was du hast, sich mehren. 5 Mos. 8, 13; im lande das du unsern vetern gegeben hast, zu essen seine früchte und güter, sihe, da sind wir knechte innen, und sein einkomen mehret sich den königen, die du uber uns gesetzt hast. Neh. 9, 36; die weil die pferd bei einander sein, mehret sich die stuͦdt (das gestüte), wo sie aber einander beiszen und schlagen, so muͦsz die stuͦdt zergehn. Agr. spr. 178ᵃ; unterdesz haben sich ochsen und küh gemehret, die treib ich zu mark, lösz viel gelt. Garg. 225ᵇ;
mehrt sich durch mich der herrschaft gut:
so lohnt mirs gott, wenn sies nicht thut.
Mildheim. liederb. nr. 483, 3;
nach transitivem mehren 4: die küngel habent die art, daʒ sich ir vil besament in ain hol winterszeiten, dar umb, daʒ diu klain hitz in dem klainen leibel sich von der schar mêre. Megenberg 184, 32;
da thut sich erst dein unrhu mehrn.
H. Sachs fastn. sp. 1, 92, 354;
wie mehrte sich im umgang das verlangen,
sich mehr zu kennen, mehr sich zu verstehn!
Göthe 9, 179.
7)
intransitives mehren, gröszer, zahlreicher, stärker werden, der ältern sprache geläufig:
wan si hât kunst, dâ von ir wîsheit mêret.
Bartsch deutsche liederdichter nr. 34, 77;
läszt sich für später nicht sicher mehr aufstellen, da in den folgenden beispielen zur vermeidung der häufung gleichartiger redetheile das pronomen unterdrückt sein wird: ich will dich wachsen lassen und mehren, und wil dich zum haufen volks machen. 1 Mos. 48, 4; ich kann nicht eine (meiner ideen) aufgeben, .. und täglich fühl ich sie mehren, täglich die alten feuriger, stärker und fester werden. Klinger theater 4, 156.
8)
mehren, nach dem neutrum mehr sp. 1887 f., abstimmen, durch mehrheit bestimmen oder wählen: meeren, das meer im radt machen oder an der gemeind, suffragia ferre. Maaler 286ᵃ; dem volk zuͦ meeren und zuͦ erwellen den gewalt nemmen, privare populum suffragiis. ebenda; mit einem meeren, oder die hand aufheben, ire in suffragium. ebenda; sunder sich gebürt das söllich gemain kost und bursz, auch ander gemain notturft, durch ainmütig gemain oder gemeret stimm gehalten werd. anz. des germ. mus. 1867 sp. 334 (Augsburger kaufleute, von 1474); item dasz man im anhengenden bericht die tanngrotzen, die als ein ufruͤrisch und parthyisch zeichen mit dem landfriden abgestellt, widerumb one straf ze tragen zuͦ Schwyz offentlich gemeret und erloupt. Bullinger in Bächtolds Hans Salat (1876) 236, 2;
der wird mit gmeiner hand gemehrt (durch handmehr gewählt),
von allen für ein künig geehrt.
B. Waldis päpstl. reich 4, 8;
auch durch handaufheben annehmen und beschwören, von kriegsartikeln: es soll auch diese bestallung und artikel zur zeit der ersten musterung öffentlich den gemeinen reutern im freien felde unter fliegenden fahnen fürgelesen, darauf durch sie gemehret werden, wie von alters gebräuchlich. hess. reiterbestallung von 1570 bei Adelung. mehren ist noch jetzt schweizerisch ein gewöhnliches wort: mehren, stimmen, votiren, die mehrheit der stimmen für oder wider etwas suchen; vorzüglich bezeichnet es die handlung, wodurch das volk seinen willen durch aufhebung der rechten hand zu erkennen gibt. Stalder 2, 205; mehra, eine sache in abstimmung bringen und die vota sammeln. Tobler 314ᵃ; die gemeinde rathschlagte, mehrte. Joh. Müller 2, 204. vergl. abmehren, ermehren.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1889, Z. 37.

mehren, verb.

mehren, verb.
ein schiff am ufer befestigen; ein rheinisches wort. Kehrein 277; in Aschaffenburg das schiff anmeren, es am land befestigen, abmeren es losbinden (auch figürlich: die stiefkinder abmeren, ihnen ihren theil herausgeben). Schm. 1, 1641 Fromm.; in Straszburg den flosz anmeren, ligna alligare ad littus. Frisch 1, 659ᶜ; ehe dieselben (schiffe) gar ankamen, und anmehreten, liefe er jnen entgegen. Messerschmid sapiens stultitia (Straszburg 1622), vorrede 8ᵃ; auch niederl. meeren het schip, navem continenti alligare, navem sistere in portu, navem deducere ad portum, appellere. Kilian; es ist das alte merren, merwen, festhalten, anbinden, welches nicht erst seit späterer mhd. zeit schifferausdruck geworden:
sin schiff merte er zuo stade
und ylte snelliglichen heim.
Keller erz. aus altd. handschr. 355, 16;
da schon ahd. marstekko, marstec den pfahl zum anbinden des schiffes bezeichnet (gramm. 3, 439), bei Otfrid gimieran landen:
selben kristes stiuru   joh sîneru ginadu
bin nû zi thiu gifierit,   ze stade hiar gimierit.
5, 25, 2;
und das wort früh in die romanischen sprachen übernommen zu sein scheint: span. portug. amarrar, franz. amarrer ein schiff festbinden, franz. démarrer ein schiff losbinden, amarre schiffsseil zum anbinden. Diez wb. der rom. spr. 1, 18. Littré 1, 122ᶜ. 1043ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1893, Z. 7.

mehren, verb.

mehren, verb.
herumrühren, wühlen, für mähren sp. 1468 (wie mehrde für mährte): rheinisch mehren, backmehl mit sauerteig mischen zur gährung, um brotteig zu bereiten. Kehrein 277, dem bairisches merren entspricht (welches den ursprünglich kurzen vocal des wortes sich erhielt): im kot, schlamm, geld herummerren, den taig einmerren, den sauerteig in das backmehl rühren, mengen. Schm. 1, 1640 Fromm.; sprichwörtlich der merhit dir yn dem munde (behandelt schnöde was du sagst). Rothe dür. chronik 374, s. 292; das sie doch so gar schendlich jnen lassen im maul mehren, trumpeln und effen. Luther 8, 244ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1893, Z. 31.

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„mehrde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mehrde>, abgerufen am 25.11.2021.

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