Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meierei, f.

meierei, f.
meierhof, gut darauf ein meier sitzt: im selben land und bann, da die meierei gelegen. Sebiz feldb. 37; lobet jhn (den meier) zu zeiten, wann er etwas weiszlich in ewer meierei hat verrichtet. 39; nun durchstrich man abwechselndes gehölz und erblickte, nach dem lande zu, mancherlei dörfer, flecken, maiereien mit ihren grünen und fruchtbaren umgebungen. Göthe 17, 84; grosze gebäude eines ehmaligen gestütes der herzoge von Lothringen ziehen hier den blick an; sie dienen gegenwärtig, zu solchen zwecken freilich sehr wohl gelegen, als meierei. 25, 322;
also das beurlin nam mit jm
den bilger auf sein meierei.
Wickram pilg. K 3;
dem Friederich verblieb nur dreierlei:
ein pferd, ein falk und eine meierei.
Hagedorn 2, 172;
er musz nunmehr die meierei beziehn;
er musz die stadt, den sitz gewohnter freuden,
er musz auch sie, die er vergöttert, meiden.
173;
Bav kleidet sich in gold und trägt an edelsteinen
auf seiner dürren hand den werth von meiereien.
Lessing 1, 193;
amtsbezirk eines meiers: uf den guͤtern die in die meigerie gehörent. weisth. 4, 149 (Elsasz, von 1404); gericht eines meiers: zum ersten soll die meierei oder der dinghof Hengweiler järlich die drei nächste zinstag nach s. Martinstag am ort und ende, wo es dem dinkhofsherren oder in abwesen desselben dem obermeier gefällig sein würde, gehalten werden. 1, 745 (ebenda, 1584); pachtung und bewirtschaftung als meier: meierei, locatio, conductio praedii, pachtmeierei. Stieler 1242.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1904, Z. 66.

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Zitationshilfe
„meierei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meierei>, abgerufen am 27.10.2021.

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