Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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meineidig, adj.

meineidig, adj.
einen meineid geschworen habend: periurus meineidig, meinedig, meineidiger, gekürzt meideger Dief. 427ᶜ; meineidig, eidbrüchig, der einen falschen eid thuͦt, periurus Maaler 286ᶜ; wie es dem meineidigen gehet, so gehets auch dem der den eid fürchtet. pred. Sal. 9, 2; den lügnern, den meineidigen. 1 Tim. 1, 10; so aber einer ein urphed mit sachen, darumb er das leben nicht verwirket hat, fürsetzlich und freventlich verbreche, der soll als ein meineidiger mit abhawung der hand oder der finger .. gestraft werden. Carolina art. 108; und werden mainaidig, wenn wir mit willen und mit bedachtem mut unser herz und mainung einer creatur geben, das wir got haben gelobet. Tauler (1508) 40ᵃ; solche sein hernachmals in Preuszen für ehrlose und meineidige leute gehalten worden. Henneberger landtafel 451; warf ihnen dagegen für die grosze undankbarkeit und meineidige befortelunge mit dem hause Danzig. Schütz Preuszen 55; liesze er jhn in dasz stockhausz setzen und predigt ihm vom henken als einem, der an seinem herrn untrew und meinäidig worden. Simpl. 4, 243 Kurz; hat sich nicht anderst verhalten, als wie ein mainaidiger schelm. Abr. a S. Clara 1, 220; du bist verliebt, denkst meineidig an mir, an dir zu werden (ein vater zum sohne, der ihm geschworen nicht zu heiraten). Klinger 1, 398;
ichn würde niht meineidec (: leidec),
swüer ich dar umbe tiure
daʒ in des zornes fiure
sîn herze vaste gluote.
Engelhard 3548;
er treit zwei falsche augen
und ein meineidig herz.
Tobler schweiz. volksl. 49, 14 (von 1653);
dreimal huldigte Frankreich dir (Ludwig);
dreimal meineidig, löscht es heiszen
durst nach dem frevel im blute der unschuld.
Stolberg 2, 121;
schelte für einen untreuen gatten, eine ungetreue geliebte:
ha! meineidiger! dich hat
die göttinn nicht umsonst entführt: du kömmst ihr ja
mit liebe zuvor.
Ramler 2, 66;
o, dasz ein zahn sich schwärzte,
meineidige! dasz nur
ein fingerchen dir schmerzte,
das sich erhob zum schwur!
Bürger 17ᵇ;
man sagte ein meineidiger eid, als das alte adjectiv mein (meiner eid, sp. 1912) einfach nicht mehr gebräuchlich und unverstanden war: periurium meineidig eidt Dief. 427ᶜ (vgl. dazu oben unter dem adj. meineid); dazu stellt sich zunächst die formel meineidig schwören (älter meines swern): straf der jenigen, so einen gelehrten eid vor richter und gericht meineidig schweren. Carolina art. 107. In Baiern und im alemannischen sprachgebiete ist meineidig zur bloszen verstärkung eines andern begriffes geworden (vergl. sündlich in ähnlichem sinne); schweiz. mainaidig, ungeheuer, gewaltig: mainaidig stark si. 's isch mainaidig chalt! i ha mainaidig hunger! Seiler 201ᵇ; meineidig (synonym zu verdammt, verflucht, gottlos, heillos, lasterhaft) Tobler bei Fromm. 5, 148; in Baiern ist es umgedeutet worden zu meinaidig auszerordentlich Schm. 1, 36 Fromm., oberbairisch meinoadi, auszerordentlich, ungeheuer Fromm. 3, 173, indem man dabei an die bedeutung meinaid! meinoad! bei meinem eide! denkt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1923, Z. 31.

meineidiglich, adv.

meineidiglich, adv.
in meineidiger weise, durch meineid:
die mich meinaidiglich betrogen.
Weckherlin 57.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1924, Z. 11.

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Zitationshilfe
„meineidig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meineidig>, abgerufen am 02.12.2021.

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