Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meinetwillen, adv.

meinetwillen, adv.
mea gratia, in der verbindung um, älter auch durch meinetwillen, entstanden aus dem acc. um meinen willen, mit eingeschobenem t (vergl. meinethalben, meinetwegen), durch die form meinentwillen hindurch (vergl. die form deinentwillen schon aus Keisersberg theil 2, 913); es kommt, wenn das 16. jahrh. auch noch jenen unverbundenen acc. braucht (wenn euch die menschen umb meinen willen schmehen und verfolgen. Matth. 5, 11), doch seit dieser zeit empor: umb meinetwillen, von meinetwägen, mir ze dienst und zuͦ gefallen, mea gratia. Maaler 286ᵈ; um meinetwillen. Galmy 30; ich sehe um meinetwillen eine zärtliche gattin vernachlässigt. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 307 (Fiesko, bühnenbearbeitung 4, 10); nicht um meinetwillen allein, auch um dein selbst willen fleh ich dich an, zu kommen. Göthe 20, 104; nein, schieszt nicht, um meinetwillen. Arnim schaub. 1, 126; du sollst deine würde um meinetwillen nicht der menge preisgeben. Freytag dram. werke 1, 96;
wil den lieben got für dich bitten, ja bitten,
dasz er dich ins himmelreich well lan,
das gscheh durch meinet willen!
Uhland volksl. 209;
sie weinen? thau um meinetwillen?
Freytag dram. werke 1, 140.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1936, Z. 63.

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Zitationshilfe
„meinetwillen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meinetwillen>, abgerufen am 17.10.2021.

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