Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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maisch, maische

maisch, maische,
s. meisch, meische.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1483, Z. 34.

meisch, m.

meisch, m.
1)
die gesammelten und gequetschten trauben für die mostbereitung: diejenigen, die mosteln oder den maisch mit füszen treten. Hohberg 1, 352ᵃ; der vorschusz, was heraus lauft, ehe man zu pressen anhebt, wird für den besten gehalten. was mit gewalt aus dem übrigen maisch gepresst wird, ist nie so gut. ebenda;
ein furman mit rosz und wagn
der den maisch fürt haim zu hausz.
Schmelzl lobspruch 70.
2)
das geschrotene und angebrühte malz beim bier- und brantweinbrennen: meesch, maisch, meisch, meusch, das mit kochendem wasser wol umgerührte bier- oder brantweinmalz, woraus das bier gebrauen oder der brantwein gebrannt wird. Jacobsson 3, 41ᵇ.
3)
das wort findet sich als meisch zufrühest in der bedeutung 1 aus böhmischen und östreichischen quellen des 14. und 15. jahrh. belegt bei Lexer mhd. wb. 1, 2083. die zweite erscheint erst spät, und nicht vor dem ende des 17. jahrh. (vergl. das fem. meische unten) in Mitteldeutschland, um sich als kunstwort der brauerei dann allgemeiner zu verbreiten. dieser umstand lehrt wol, dasz wir es mit einem landschaftlichen worte zu thun haben, das zuerst bei winzern in gebrauch war, und von ihnen auf bierbrauer (schlieszlich auch auf brantweinbrenner) übergieng, welche mit annahme des winzerausdruckes für eine ähnliche zerquetschte masse bei ihnen ihr gewerbe ehrten. die übertragung scheint von süden her zuerst nach dem östlichen Mitteldeutschland zu gehen, und die hier zufrühest erscheinenden formen werfen auch licht auf jene alte östreichische; denn wenn die späteren quellen neben meisch und mêsch auch meusch und mœsch gewähren: mösch, heiszet im brauhause das geschrotene und mit heiszem wasser vermengte malz. öcon. lex. (1731) 1637; mösch heiszet auch beim brantewein-brennen der mit wasser und hefen in dem einmachefasz vermengte malzschrot. 1638; einige schlagen gar hierauf diesen mösch nach und nach in die braupfanne. 290 (vgl. auch unter meischen), so liegt hier offenbar die form meusch zu grunde, und das östreichische meisch ist die landschaftliche verderbung davon, indem ei für altes eu eintrat, wie in jenen gegenden öfters, vergl. Weinhold bair. gramm. s. 82. dann aber wird das wort, seiner frühesten bedeutung der zerquetschten trauben gemäsz, zu dem ahd. verbum muscan quetschen, gehören: attritis firmuscet, firmuscetin, zimuschet, cimuschet (neben firmusten, firmustit) Steinmeyer - Sievers 1, 369, 54, mhd. müschen, vermüschen, mhd. wb. 2, 1, 279ᵃ, schles. mûscheln zerdrücken, rollen Weinhold 63ᵇ, bair. zermüschen, zerstoszen, zerquetschen, zermalmen Schm. 1, 1681 Fromm., welche worte ihrem stammvocal nach der u-reihe zufallen, und denen wieder das neutr. gemeusch, zusammengedrückte masse, verwandt ist:
schaw! wie kumpt so ein grosz gemeusch?
das ist der narr der unkeusch (der arzt beim narrenschneiden zum kranken).
H. Sachs fastn. sp. 1, 139, 203;
vgl. auch unten meischen 3. das engl. mash, welches gemeng, mengfutter, und im brauwesen auch meische bedeutet, schwed. mäsk, dän. mask meische gehört in keinem falle zu unserm worte, sondern steht im ablautsverhältnisse zu mischen, s. d. und mischmasch.
4)
meisch, ein süszes getränk: mulsum, mete, meisch, kobalt. in einem Breslauer voc. des 15. jahrh. bei Dief. 370ᵇ, ist, ganz von unserm meisch abstehend, vielleicht nichts als ein vereinzelt vorkommendes slavisches lehnwort: kirchenslav. mězga, succus, nslav. mêzga, czech. mízha, míždí, poln. miazga, magyar. mézga harz, mezge baumsaft Miklosich 391ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1944, Z. 75.

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Zitationshilfe
„meisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meisch>, abgerufen am 25.10.2021.

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