Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meisterlosigkeit, f.

meisterlosigkeit, f.,
wie meisterlose, zuchtloses, üppiges gebahren: er asz gern die heutlin von gepratnen gensen, von hennen und capponen, die muesten ime auch ob disch vor andern zustehn. das verdrosz seinen eltesten brueder, das man ime solche maisterlöskaiten sollte nachlassen. Zimm. chron. 2, 384, 29; der guet Joseph überkam alle jar ain kindt, und so es lauter gens weren gewest, er het nit ain feder daran gehapt .. huet sich menigclich, solche maisterloskaiten seinem weib nachzugeben. 3, 127, 19; der trib vil maisterleskait am hof. 570, 37; was er in seiner jugent fur maisterlöskait geübt. 4, 11, 20; darmit die knecht nicht durch des feirens meisterlosigkeit ihren freunden unbildt aufthäten (ne miles per otii licentiam sociis injuriam inferret). Fronsperger 3, 274; eben hauptsächlich märkte und wirthshäuser sind es, wo man auf solche fänge lauern musz, und man glaubt gar nicht, wie solch lauern hungrig und durstig macht. es dünkt einem alle augenblicke, man möchte was, und weisz doch aus lauter meisterlosigkeit längs stück nicht was. J. Gotthelf schuldenb. 109;
boz belz, wie musz manch feine maid
durch euer (der flöhe) maisterlosigkeit
stehn fornen und dahinden plos,
nur das sie werd der maister los.
Fischart flöhhaz v. 3208.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1973, Z. 25.

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Zitationshilfe
„meisterlosigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meisterlosigkeit>, abgerufen am 17.10.2021.

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