Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meisterstreich, m.

meisterstreich, m.
streich wie ihn ein meister macht; kunstvoller streich mit dem schwerte: der fechter that einen meisterstreich;
ich weisz den rechten meisterstrich,
darumb heisz ich Wolf Wuͤterich (spricht der henker).
trag. Joh. R 5;
in weiterem sinne: wenn wir uns alle ihrer (der natur) heimligkeiten kündig und versichert bedünken lassen, so hat dennoch diese grosze künstlerin vil meisterstreiche für sich behalten, die sie nicht entdeckt. Butschky Patm. 576; könnte nicht etwan ihr sekretair den wechsel vorher zu sehen bekommen? das wäre ein meisterstreich, er müszte ihn den augenblick in stücken zerreiszen, und zum fenster hinaus werfen. Rabener sat. 3, 287; was läge an meinen anstalten? dasz den prinzen bei diesem unfalle ein so sichtbarer verdacht trift? an dem meisterstreiche liegt das, den er selbst meinen anstalten mit einzumengen die gnade hatte (Marinelli ironisch zum prinzen). Lessing 2, 161 (Emilia Galotti 4, 1); und der hüpfende pulverthurm — merkst dus itzt, Razmann? drum stank auch die luft so nach schwefel stundenweit ... es war ein meisterstreich, hauptmann! ich beneide dich drum. Schiller räuber 2, 3; ich darf den meisterstreich wagen. Göthe 14, 190; entführung, rief der mime wieder triumphirend. ganz dem humor dieses hauses angemessen, es ist ein meisterstreich. Freytag handschr. 3, 296.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 1980, Z. 63.

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Zitationshilfe
„meisterstreich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meisterstreich>, abgerufen am 25.10.2021.

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