Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

melone, f.

melone, f.
die frucht von cucumis melo, von Italien und Südfrankreich her zu uns verpflanzt und seit dem 15. jahrh. vielfach nachweisbar; dem männlichen geschlechte von ital. mellone, franz. melon, provenz. melo, spätlat. melo (bei Palladius de re rustica) entsprechend heiszt es in Österreich und Steiermark der melaun (Nemnich 2, 1304), sonst ist das wort fem.; die ältere sprache bis zum 17. jahrh. kennt es in schwankender form: melo melone, melon, meloen, melaun, melonen, melune, mylon, myloen, meilon Dief. 355ᵃ; melo melun, melwen nov. gloss. 250ᵃ; melaun, melo, est quoddam pomum. voc. inc. theut. n 5ᵇ; die melaunen, ein gattung kürpsen, melones Maaler 288ᵃ; melaunen, melo Stieler 1435; ob aber ymandt auszerhalb der stat und markt kaufte wachsend frucht, als obs, mylaun, pfeben, ruben, kraut und dergleichen sam kaufsweise, dieweil das noch im velde oder garten unabgenomen stunde. Nürnb. pol.-ordn. 214 (15. jahrh.); formen, die von melone verdrängt worden sind: melone, pepo, melopepo, eine gartenfrucht Frisch 1, 658ᵇ; von den kürbsen, erdöpfeln, plutzern oder melonen und gurken. Coler. hausb. 2 (1604), 185; kann ich hier etwas zur erfrischung haben? fragte der kaiser. ei ja, erwiederte die frau, die melonen sind reif, und holte eine. während die zwei fremden herrn die melone verzehrten ... Hebel 2, 116;
halt ich ein gerichtlein kohl
höher als melonen.
P. Gerhard 246, 48;
bei den länglichen gurken liegt in vorzüglicher schönheit,
mit viel bunten charaktern beziefert, die hohe melone.
Zachariä tageszeiten (1757) 25;
halb unter laub versteckt, halb glühend angestrahlt,
sah er an breit belaubten ranken,
melonen gleich, sie (die frucht) auf die erde wanken,
einladend von geruch, und wunderschön bemahlt.
Wieland 23, 33 (Oberon 7, 48);
auch die duftende frucht der grüngestreiften melone.
Voss Luise 1, 572;
würziger kochte der saft in pfirsichen und aprikosen;
würziger duftet vom beet die melon, und verachtet die fenster.
ged. 2, 49 (idyll. 4, 37);
auch die beiszende süsze der ananas, auch die melone.
232 (idyll. 13, 216).
melonen vom berge Karmel, melones petrefacti, melones montis Carmel heiszen eine art achatkugel von melonenähnlicher form. Nemnich 3, 547; die gestrickte melone, buccinum perdix, eine schneckenart. 1, 703.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2003, Z. 49.

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Zitationshilfe
„melone“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/melone>, abgerufen am 17.10.2021.

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